Nokia will Trolltech übernehmen...

Für sonstige Unterhaltungen, welche nicht direkt mit Lazarus zu tun haben

Nokia will Trolltech übernehmen...

Beitragvon Euklid » 28. Jan 2008, 23:35 Nokia will Trolltech übernehmen...

... was haltet ihr davon?

http://www.pro-linux.de/news/2008/12251.html

Die Schließung des Werks in Bochum macht deutlich, dass Nokia auf Gewinnmaximierung aus ist, denn das Werk machte Gewinne, nur waren die nicht hoch genug für den Konzern.

Aber:
Hat ein Unternehmen, das auf Gewinnmaximierung aus ist, Sinn für freie Software? Oder sind die Versprechungen Nokias nur ein Bluff?

Andererseits: Wenn es Nokia mit der Weiterentwicklung von qt als freie Software wirklich Ernst meinen sollte, so hieße das, dass die OpenSource-Gemeinschaft einen weiteren finanzkräftigen Parter gefunden hätte.

Jedenfalls bin ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll und ob man sich als OpenSource-Anhänger nun über diese Nachricht freuen kann oder nicht...

Gruß, Euklid
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Beitragvon Christian » 29. Jan 2008, 01:27

Naja zum Glück ist ja niemand auf QT angewiesen nicht Theo, Euklid ;) :p
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Beitragvon ralli » 29. Jan 2008, 08:40

Hallo, an der Lizensierungspolitik von QT wird sich definitiv nichts ändern.

Das finnische Handy-Unternehmen Nokia übernimmt das norwegische Software-Unternehmen Trolltech für umgerechnet etwa 104 Millionen Euro.
Wie die beteiligten Unternehmen bekannt gaben, wird Nokia, in Deutschland wegen der Schließung seines Bochumer Handywerks in den Schlagzeilen, ein offizielles Angebot zur Übernahme von Trolltech abgeben. Nokias Angebot wurde vom Trolltech-Vorstand angenommen und sieht einen Preis von 16 Kronen (1,69 Euro) pro Aktie vor. Insgesamt soll der Kaufpreis bei umgerechnet etwa 104 Millionen Euro liegen.
Einige Großaktionäre haben gegenüber dem Hersteller bereits erklärt, das Kaufangebot anzunehmen. Unter anderem wollen die Trolltech-Gründer Haavard Nord und Eirik Chambe-Eng sowie der Fonds Teknoinvest ihre Anteile verkaufen. Insgesamt konnte sich das Unternehmen verbindliche Zusagen von Aktionären, die über 66,43 Prozent der Stimmen repräsentieren, zusichern. Den anderen Anteilseignern empfiehlt der Vorstand, das Angebot ebenfalls anzunehmen. Trolltech wird an der Osloer Börse unter dem Kürzel TROLL gehandelt.
Trolltech ist in erster Linie für die Entwicklung der Qt-Bibliothek bekannt, die unter der GPL sowie einer proprietären Lizenz angeboten wird. Neben der Desktopumgebung KDE benutzen viele weitere freie Programme, viele davon plattformübergreifend, die Bibliothek. Trolltech bietet ferner für den Sektor der eingebetteten und mobilen Systeme das Qtopia-System an.
Durch die Übernahme will Nokia seine plattformübergreifende Strategie für mobile Applikationen und Desktop-Programme schneller umzusetzen. Für Entwickler von Anwendungen soll es so möglich sein, ihre Produkte für Web, Nokia-Geräte und PCs verfügbar zu machen. Gegenüber alten Kunden soll sich durch die Übernahme nichts ändern. Wie das Unternehmen bekannt gab, plant Nokia weiterhin, die Entwicklung von Trolltechs Bibliothek voranzutreiben. Darüber hinaus soll auch an der Lizenzierungsstrategie nicht gerüttelt werden. In einem offenen Brief versichern die Trolltech-Gründer und der Nokia-Vorstand, auch in Zukunft ihre Entwicklungen unter die GPL zu stellen. Um ein Zeichen zu setzen, will Nokia als erstes ein offizieller Unterstützer des KDE-Projektes werden.

Quelle: http://www.pro-linux.de/news/2008/12251.html

@Euklid, das ist doch eine klare Aussage, oder ?

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Beitragvon Christian » 29. Jan 2008, 09:19

Sie kommt von Nokia.
Also mir ist nie wohl dabei, wenn OpenSource Systeme plötzlich mal aufgekauft werden. Nokia kann die Lizenz ja jederzeit ändern. Und Politiker treffen vor den Wahlen Tausende "klarer Aussagen"
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Beitragvon bembulak » 29. Jan 2008, 09:25

+1 @ Christian.

Ich traue denen auch nicht. Ich bin mir nicht mal sicher, ob der Deal zwischen Sun und MySQL wirklich gut für die OpenSource-Gemeinschaft ist.
Sun hat zwar durch Offenlegen von Java und der Freigabe von Solaris bei mir gepunktet, aber 100%ig trauen tu ich denen nicht.

Und bei Nokia bin ich äußerst skeptisch. Wenn die die Lizen plötzlich umdrehen, ade KDE, ade QT Apps...
Andererseits: sollten sie es tun, werden sie zumindest aus der OpenSource-Community viele, viele Handy-Kunden verlieren. Auch das sollte man nicht unterschätzen.
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Beitragvon Christian » 29. Jan 2008, 10:26

Naja ganz so wild ists nicht Bemulak wenn sie die Lizenz jetzt ändern ist der Stand der QT bis zu diesem Zeitpunkt immer noch unter GPL verfügbar es muss also keine KDE App oder KDE an sich eingeäschert werden.
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Beitragvon Hroudtwolf » 29. Jan 2008, 11:13

Moin,

Wenn Nokia es komerziell gewinnbringend vermarkten, oder in komerziellen Produkten gewinnbringend einsetzen kann sind die paar abspringende OpenSource-User ein kalkulierbares Risiko.
Zudem leidet der Mensch noch unter seinem Kurzzeitgedächtnis.

Das Schliessen der Nokia-Werke in Bochum ist auch spätestens in 1 Jahr wieder vergessen und jeder deutsche kauft wieder fröhlich Nokia-Handies.

MfG

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Beitragvon theo » 29. Jan 2008, 11:16

Christian hat geschrieben:Naja zum Glück ist ja niemand auf QT angewiesen nicht Theo, Euklid ;) :p


Da mich ich mir keine Sorgen.
Du sagst es im letzten Beitrag gleich selber.
Auch Qt4 ist noch unter GPL. Was soll's?
Selbst wenn Nokia nicht mehr will, kann z.B. das KDE Team Qt forken.
Ich bin ausserdem nicht verheiratet mit Qt/KDE.
Ich find's nur im Moment etwas komfortabler als die Alternativen.
Aber auch das kann sich ändern.
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Beitragvon ralli » 29. Jan 2008, 11:28

In dieses Horn blase ich nicht. Im Zweifelsfalle bin ich lieber Hoffnungsträger statt Bedenkenträger. Und ich habe mal ins Qt Forum geschaut, da geht man sehr gelassen mit diesem Thema um. Nein, ohne Vertrauen will ich nicht leben. Und was Prognosen angeht, die sind alle nur hochspekulativ aber niemals serös. Keiner kann sagen, was mit Lazarus oder Qt tatsächlich im nächsten Jahr sein wird. Dann kannst du auch gleich vorhersagen, wie das Wetter in 4 Wochen ist. Beides wäre Kaffeesatzleserei. Und KDE ist ein Imageprojekt, das lässt man eh nicht sterben. Ausserdem verstehe ich die ganze Hype um Nokia nicht. Die Wirtschaftsfachleute wissen natürlich ganz genau, das Nokia in den Jahren 20 mal so viel Steuern gezahlt haben als wie sie an Subventionsgeldern kassiert haben. Und wenn ein VW Golf gänzlich in Deutschland produziert würde, dann würde er fast 30 % mehr kosten. Das ist aber niemand bereit zu zahlen, auch nicht um der Arbeitsplätze willen. Die Polik wusste ganz genau, wann der Subventionsvertrag auslaufen würde. Es wäre vorrausschauender gewesen, wenn die Ihren lahmen A.... bewegt hätten und einige Zeit vorher interveniert hätten. Menschlich gesehen ist die Schliessung in Bochum sicher eine Katastrophe, marktwirschaftlich aber ein ganz normaler Vorgang. Das Kapital ist immer auf der Flucht. Aber ich will das Thema nicht weiter vertiefen. Seit wann gibt es im Kapitalismus eine moralische Instanz ?

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Beitragvon Euklid » 29. Jan 2008, 15:48

ralli hat geschrieben:Das Kapital ist immer auf der Flucht. Aber ich will das Thema nicht weiter vertiefen. Seit wann gibt es im Kapitalismus eine moralische Instanz ?


Eben das ist der Grund, weshalb viele an den Aussagen von Nokia zweifeln.

Davon mal abgesehen glaube ich auch, dass qt im schlimmsten Fall geforkt wird.

Meine Hoffnung liegt darin, dass Nokia in OpenSource investiert und die Innovation vorantreibt. Hier bin ich aber, wie gesagt, nicht sonderlich optimistisch.
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Beitragvon af0815 » 29. Jan 2008, 16:57

Euklid hat geschrieben:Davon mal abgesehen glaube ich auch, dass qt im schlimmsten Fall geforkt wird.

Das kann manchmal sogar belebend sein, der fork. Hier passiert ja auch nur das, was mit anderen guten Projekten/Firmen schon passiert ist - der Gute wird aufgekauft und der/die Ideenbringer können sich vergolden lassen. Manchmal auch, bevor der Hype mit dem Produkt weg ist (Siehe auch Dot com Blase die geplatzt ist - da wurden an den Börsen Träume vergoldet).
Blöd kann man ruhig sein, nur zu Helfen muss man sich wissen (oder nachsehen in LazInfos/LazSnippets).
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Beitragvon creed steiger » 29. Jan 2008, 20:26

Ich bin skeptisch,ob die Absicherung von KDE viel nutzt.
So schön wie KDE Free Qt Foundation und QT unter BSD Lizenz im Falle von fehlenden Open-Source Updates klingt,glaube ich kaum,dass die KDE-Entwickler die nötige Manpower haben um dann QT im nötigen Umfang weiterzuentwickeln.
Leider.
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Beitragvon Christian » 29. Jan 2008, 21:13

Es stellt sich ja auch die Frage ob es überhaupt forkbar ist.
Wie sieht es dann mit der Kommerziellen Lizenz aus ?
Steht es dann ganz unter GPL ?
Dann müsste man ja jetzt schon nur nen fork machen um kommerzielle Programme mit QT zu entwickeln...
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Beitragvon creed steiger » 29. Jan 2008, 21:51

Christian hat geschrieben:Dann müsste man ja jetzt schon nur nen fork machen um kommerzielle Programme mit QT zu entwickeln...


Wieso?
Oder setzt du kommerziell mit closed source gleich?
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Beitragvon Euklid » 29. Jan 2008, 22:00

Christian hat geschrieben:Wie sieht es dann mit der Kommerziellen Lizenz aus ?


... die wird wohl bei Nokia bleiben. D.h. egal welches qt, es darf nur von Nokia lizenziert kommerziell vermarktet werden.

Steht es dann ganz unter GPL ?

Es steht jetzt schon unter der GPL. D.h. sollte Nokia sich dazu entscheiden, keine weiteren GPL-Versionen zu veröffentlichen, so kann der Fork nur auf der letzten Version, die noch unter GPL gesetzt wurde, basieren. Der Fork muss dann gpl sein - d.h. kommerzielle Produkte können dann nicht mehr ohne Lizenzzahlungen an Nokia veröffentlicht werden; nicht-kommerzielle dagegen schon.

Dann müsste man ja jetzt schon nur nen fork machen um kommerzielle Programme mit QT zu entwickeln...

Wird wahrscheinlich nicht funktionieren, da der Fork unter der GPL stehen wird, welche die kommerzielle Nutzung ausschließt.

creed steiger hat geschrieben:glaube ich kaum,dass die KDE-Entwickler die nötige Manpower haben um dann QT im nötigen Umfang weiterzuentwickeln.


KDE ist auf den Linux-Rechnern etwa gleichstark verteilt wie gnome. Aus diesem Grund gehe ich schon davon aus, dass sich Leute finden würden, die qt auf freier Basis weiterentwickeln.
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