Säue durch's Dorf treiben II

Für sonstige Unterhaltungen, welche nicht direkt mit Lazarus zu tun haben

Säue durch's Dorf treiben II

Beitragvon theo » 20. Mär 2010, 07:03 Säue durch's Dorf treiben II

"Die Welt" titelt " Großalarm bei Kunden der Credit Suisse"
Glücklicherweise durchschauen einige der deutschen Kommentatoren das politische Spiel.

Ich will nichts beschönigen, es gibt in der Schweiz Schwarzgeld aus dem Ausland. Es gibt aber nirgends auf der Welt eine rigorosere Anti-Geldwäsche-Politik und die Schweiz ist absolut vorbildlich im Rückführen von Potentatengeldern.
Also bitte nicht alles in einen Topf werfen.

Die Schweiz ist nicht so böse, wie euch das medial vermittelt wird. Das ist reine Medien-Machtpolitik, USA gesteuert.
Man kann jedes Land angreifen, wenn man das Thema nur lange genug in den Medien covered.
Jedes Land hat Eigenschaften, die man so beleuchten könnte. Die BRD ist bspw. an dritter Stelle beim Waffenexport (nach USA, Russland).
Schrecklich! Todbringed! Man fasst es nicht!
Nö, alles OK, keiner findet das anstössig. Klar, bringt auch Milliarden ins Land. Und wieso auch nicht? Die anderen machen's ja auch.

Dasselbe in der Schweiz. Wieso soll sich die Schweiz selber handycapieren gegenüber Luxemburg, Oesterreich, City of London, USA, Singapur etc? Die Welt ist nun mal so und wird sich nicht ändern. Die Frage ist nur wer wieviel vom Kuchen abkriegt.
Die anerkannten grössten Steuerosasen sind vor der Schweiz, die USA und Luxemburg (EU!), gefolgt von weiteren EU Staaten.
Ja, es bringt Geld. Nein ich persönlich finde das auch nicht gut. Aber wenn andere Staaten euch den Waffenexport verbieten würden, fändet ihr das OK? Nein, da müsste sich schon in eurem Land die Meinung entwickeln, dass man da nicht tun sollte.

Alles was ich sagen will: Schliesst euch nicht unüberlegt allen Meinungen an, die euch präsentiert werden.
Ganz besonders nicht den Systemmedien wie ARD, ZDF sowie allen offizellen (von den USA genehmigten) Zeitungen von FAZ, WELT bis Süddeutsche.
Schaut mal im Internet nach alternativen Informationen. Und glaubt das auch nicht alles!!!!
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, selber Denken ist angesagt.

Ach und noch was: Die USA rügt die Schweiz wegen der Minarett-Intiative.
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.
Wer killt hier VÖLLIG GRUNDLOS zehntausende muslimische Iraker?

Frankreich findet die schweizerische Entwicklung auch unerträglich.

In der Schweiz wurde beschlossen, den 5 Minaretten keine weiteren hinzuzufügen.
Sie werden weder abgebrochen, noch ist der Bau von Moscheen verboten worden.

In Frankreich gibt es 3,5 Millionen Muslime und acht Minarette.
In der Schweiz gibt es 250'000 Muslime und fünf Minarette.

Dennoch fühlt sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, die Schweiz wegen Menschenrechtsverletzung zu rügen.

Dämmert's langsam?

Wir müssen das ertragen. Und wir ertragen es geduldig, weil diese Staaten alle auf dem letzen Loch pfeifen.
Deren Einsturz wird allerdings auch uns erschüttern.

Liebe Grüsse aus der Schweiz an alle Menschen die ihr Gehirn benützen.

P.S. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in den letzten Jahren mit allen Mitteln versucht (und dabei weltweit anerkannte grossartige Arbeit geleistest) den Schweizer Franken jeweils dem Niveau des Euro anzupassen.
Ich fürchte, dass dies nun nicht weiterhin möglich ist. (To whom It may concern)
theo
 
Beiträge: 8193
Registriert: 11. Sep 2006, 18:01

Beitragvon MmVisual » 20. Mär 2010, 20:02 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Hallo,

Schön dass es hier auch einen Thread über die Wahrheit der Welt gibt. Damit Ihr es leichter habt zu suchen habe ich für euch ein paar Links.

http://www.hartgeld.com (ca. 1 Mio Klicks in 2 Wochen, sehr Informativ)
http://www.politikglobal.net/
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/search?q
http://www.mysticasoul.ag.vu/nachrichten_news.html
http://krisenvorsorge.com/
http://www.wahrheitsbewegung.net/
http://www.radio-utopie.de/
http://www.bueso.de/

Ich hab natürlich noch viel mehr, falls interess besteht kann ich diese gerne posten.
Die absolute Wahrheit findet man nur versteckt zwischen den Zeilen. Es ist ein mühsames Puzzle aus vielen Meldungen und Infos.

Aber macht euch nicht verrückt. Das Leben geht weiter, auch wenn das Geld wertlos wird, dann werden wieder neue Papierschnippsel (Scheine) erfunden und jeder muss wieder seiner Arbeit hinterherrennen um an die Schnippsel zu kommen. (Beispiel 1948 Umtauschkurs 100 Reichsmark >> 6,5 DMark, Schulden blieben jedoch bestehen!)
Mehr dazu hier: http://213.145.232.18/filesadmin/pdf/Kl ... reform.pdf publiziert auf Hartgeld.com.

Die Medien müssen natürlich irgend welche sinnlosen Säue durch die Dörfer treiben, streng nach dem Motto gebt dem Volk genügend Brot und Spiele und sie werden keinen Aufstand machen.

Oder auch:
Ein römischer Senator hatte einmal die Idee, allen Sklaven müssen ein Armband tragen. Doch diese Idee wurde schnell verworfen, denn dann würden die Sklaven schnell erkennen wie viele sie sind...
MmVisual
 
Beiträge: 1096
Registriert: 10. Okt 2008, 22:54
OS, Lazarus, FPC: Winux (L 1.6 FPC 3) | 
CPU-Target: 32/64Bit
Nach oben

Beitragvon Socke » 20. Mär 2010, 20:15 Re: Säue durch's Dorf treiben II

MmVisual hat geschrieben:Die absolute Wahrheit findet man nur versteckt zwischen den Zeilen. Es ist ein mühsames Puzzle aus vielen Meldungen und Infos.[/qoute]
Ich habe mal eine Zeit lang nach der "absoluten Wahrheit" gesucht. Das Ergebnis war, dass keine absolute, über alles erhabene Wahrheit existiert und auch niemand diese besitzt. Das einzige Wesen, welches dennoch diese Wahrheit besitzen könnte wäre "Gott"; aber eine Diskussion über Gott ist sinnlos (wenn er nicht existiert, muss man seine Existenz nicht beweisen; wenn er existiert, ist jede Diskussion über ihn irrelevant).

[quote="MmVisual]Ein römischer Senator hatte einmal die Idee, allen Sklaven müssen ein Armband tragen. Doch diese Idee wurde schnell verworfen, denn dann würden die Sklaven schnell erkennen wie viele sie sind...[/quote]

Für eine Revolution ist nichts destruktiver als zufriedene Sklaven. Selbst wenn alle Sklaven die Machtmehrheit (unabhängig irgendwelche demokratischer/militärischer Ideen) besitzt, kann man sie dennoch mit Angst und Zufriedenheit kontrollieren.
MfG Socke
Ein Gedicht braucht keinen Reim//Ich pack’ hier trotzdem einen rein
Socke
Lazarusforum e. V.
 
Beiträge: 2636
Registriert: 22. Jul 2008, 18:27
Wohnort: Köln
OS, Lazarus, FPC: Lazarus: SVN; FPC: svn; Win 10/Linux/Raspbian/openSUSE | 
CPU-Target: 32bit x86 armhf
Nach oben

Beitragvon Euklid » 21. Mär 2010, 12:38 Re: Säue durch's Dorf treiben II

theo hat geschrieben:Die Schweiz ist nicht so böse, wie euch das medial vermittelt wird.


Naja, wenn ein Minarett-Verbot in der Schweiz so reibungslos über die Bühne geht, spricht das finde ich Bände. Aber nicht nur in der Schweiz scheinen die Rechtspolulisten einen großen Einfluss auf die Bevölkerung zu haben - ähnliches hört man ja auch über Österreich.

Dasselbe in der Schweiz. Wieso soll sich die Schweiz selber handycapieren gegenüber Luxemburg, Oesterreich, City of London, USA, Singapur etc? Die Welt ist nun mal so und wird sich nicht ändern. Die Frage ist nur wer wieviel vom Kuchen abkriegt. [...]
Ja, es bringt Geld. Nein ich persönlich finde das auch nicht gut. Aber wenn andere Staaten euch den Waffenexport verbieten würden, fändet ihr das OK?


Ja, ich würde das in Ordnung finden, wenn das von anderen Ländern geächtet werden würde. Und es ist bei weitem nicht so, dass die Waffenexporte durch das Volk legitimiert sind - das Thema wird in den Medien durchaus kritisch aufgenommen. Bankgeheimnis und Waffenexporte halte ich aber für keine vergleichbaren Themen.

Mich wundert es schon ein bisschen, dass sich die Schweizer so über den außenpolitischen Druck bzgl des Schwarzgeldes aufregen. Euer Bankgeheimnis ist doch Eure Sache - Euch kann ja egal sein, wie die Welt darüber denkt, handelt doch einfach so, wie Ihr das für richtig haltet!
Ich denke dass der Grund, weshalb das Thema in der Schweiz selbst so hoch gekocht wird, ist der Populismus der SVP. Die Partei geht auf Stimmenfang, indem sie die schweizer Bevölkerung polarisiert. Damit greift sie zu alt-bekannten rethorischen Mitteln. Und das nicht nur beim Bankgeheimnis.
Die Partei schürt die Angst gegenüber fremden Kulturen - und erlangt über eine groß angelegte Kampagne das Minarett-Verbot, mit der Botschaft: "Die Dinger verschandeln unsere Dörfer". Populistisch werden Plakate aufgehängt, auf denen Dörfer zu sehen sind, bei denen aus jedem Haus so ein Ding hoch ragt - und das bei nur 5 Minaretten in der ganzen Schweiz. Das ist blanker und völlig unbegründeter Rechtspolulismus, mit dem die Partei auf Stimmenfang geht, sonst nichts. Ich finde es wirklich traurig, dass die Schweizer auf so billige Maschen reinfallen und das Verbot tatsächlich erreicht wird.

Ähnlich wird der Druck von außen wegen des Bankgeheimnisses auf die Schweiz von dieser Partei sehr effektiv ausgenutzt. "Deutschland habe der Schweiz den Krieg erklärt", meinte ein Funktionär der SVP. Das hört sich fast so an, als wäre die nationale Sicherheit bedroht!?!
Und da der Debatte langsam die Luft ausgeht, hat sich die SVP auch schon was Neues ausgedacht: Jetzt nehmen nämlich die Deutschen den Schweizern die Arbeitsplätze weg. Eine unglaubliche Schwämme an deutschen Ausländern überflutet die Schweiz - diese Flut muss natürlich gestoppt werden!
Und schon hat die Partei wieder ein Thema ausgegoren, das ihr medienwirksam die Stimmen sichert. Dass es gerade die Deutschen sind, die den Schweizern die Arbeitsplätze wegnehmen sollen, obwohl sie gerade mal die drittgrößte Gastarbeitergruppe in der Schweiz darstellen, wundert dabei nicht - wir haben ja schließlich etwas gegen das Schweizer Bankgeheimnis und die Bevölkerung lässt sich so am leichtesten polarisieren.

Alles was ich sagen will: Schliesst euch nicht unüberlegt allen Meinungen an, die euch präsentiert werden.


Bei dem Stimmenanteil, den die SVP durch das Schüren von Angst gegenüber fremden Kulturen und dem Ausland in der Schweiz erreicht, möchte ich diese Bootschaft gerne zurücksenden.
Das so ein billiger Polulismus derart einschlägt, gibt mir wirklich zu denken.

Viele Grüße, Euklid
Euklid
 
Beiträge: 2746
Registriert: 22. Sep 2006, 09:38
Wohnort: Hessen

Beitragvon theo » 21. Mär 2010, 13:39 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Euklid hat geschrieben:Die Partei schürt die Angst gegenüber fremden Kulturen - und erlangt über eine groß angelegte Kampagne das Minarett-Verbot, mit der Botschaft: "Die Dinger verschandeln unsere Dörfer". Populistisch werden Plakate aufgehängt, auf denen Dörfer zu sehen sind, bei denen aus jedem Haus so ein Ding hoch ragt - und das bei nur 5 Minaretten in der ganzen Schweiz. Das ist blanker und völlig unbegründeter Rechtspolulismuslemit dem die Partei auf Stimmenfang geht, sonst nichts. Ich finde es wirklich traurig, dass die Schweizer auf so billige Maschen reinfallen und das Verbot tatsächlich erreicht wird.


Na, so einfach kann man das nicht der SVP Kampagne zuschreiben.
Es gibt verschiedene Gründe für das Zustandekommen dieses Ergebnisses.Mit der SVP Klientel allein, lässt es sich nicht erklären.
Das Plakat ist in den meisten Kreisen auf deutliche Ablehnung gestossen.

Du weisst auch, dass das Ergebnis laut Online Umfragen in DE noch wesentlich eindeutiger ausgefallen wäre, obwohl die SVP in DE keine Kampagne gemacht hat.

Letztlich geht es nat. in verschiedenem Sinne um Symbolik und nicht wirklich um die Bauwerke an sich.
theo
 
Beiträge: 8193
Registriert: 11. Sep 2006, 18:01

Beitragvon knight » 21. Mär 2010, 13:44 Re: Säue durch's Dorf treiben II

So unterschiedlich sind die Deutschen und Schweizer nun auch wieder nicht. Ich möchte nicht wissen, wie z.B. in Köln eine Abstimmung über den Bau der Moschee ausgegangen wäre. Wahrscheinlich wäre ein ähnlicher Prozentsatz wie in der Schweiz erreicht worden. Was uns unterscheidet, ist die Vergangenheit (ich meine damit 12 bestimmte Jahre). Wenn man heute in Deutschland einen Begriff wie Überfremdung in den Mund nimmt, dann wird man sofort in die rechte Ecke gestellt. Da kein klar denkender Politiker das möchte, meidet er das Thema wie der Teufel das Weihwasser. Wird damit aber den vorhandenen Ängsten in der Bevölkerung die Grundlage entzogen? Wohl kaum. Der schweizer Politiker hat das Problem nicht. Er kann frei über das Thema sprechen, und einige tun das auch. Das kann doch niemanden wirklich überraschen.

knight

PS: Es ist schon bemerkenswert, wenn ein Land mit ca. 1500 Mrd. Euro Schulden einem anderen Land mit ca. 300 Mrd. Euro Schulden vorwirft, es habe seine Finanzen nicht im Griff.
knight
 
Beiträge: 806
Registriert: 13. Sep 2006, 21:30

Beitragvon theo » 21. Mär 2010, 17:11 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Knight hat schon recht.
Und weisst du Euklid, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber du betest auch fleissig die "offizielle" (linke) Meinung runter.
Die Frage nach der Wertung des Minarettverbots stellst du gar nicht. Das ist von vornherein "böse", weil du das so gelernt hast.
Kannst ja nichts dafür und ich möchte auch nicht mit dir streiten.
Wenn alle so gut wären wie du, wäre das auch kein Problem. ;-)

Zitat des Türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan (nach Ziya Gökalp)

Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.
theo
 
Beiträge: 8193
Registriert: 11. Sep 2006, 18:01

Beitragvon Euklid » 22. Mär 2010, 00:24 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Erdogan gilt in der Tat als ein muslimischer Fundamentalist. Seine Äußerungen können daher nicht stellvertretend für die islamische Glaubensgemeinschaft stehen. Aber selbstverständlich werden solche Äußerungen gerne zur rechten Meinungsmache misbraucht. Die Äußerungen muslimischer Fundamentalisten können also von rechten Bewegungen in nichtmuslimischen Ländern hervorragend genutzt werden. Dies ist umgekehrt natürlich genauso: Jeder Politiker, der gegen den Islam hetzt, stärkt die Position der Fundamentalisten innerhalb des Islams. Dies ist ein selbstverstärkender Effekt, der nur durch Vernunft und den respektvollen Umgang miteinander unterbrochen werden kann.
Euklid
 
Beiträge: 2746
Registriert: 22. Sep 2006, 09:38
Wohnort: Hessen

Beitragvon mse » 22. Mär 2010, 08:38 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Euklid hat geschrieben:
theo hat geschrieben:Die Schweiz ist nicht so böse, wie euch das medial vermittelt wird.


Naja, wenn ein Minarett-Verbot in der Schweiz so reibungslos über die Bühne geht, spricht das finde ich Bände.
[...]

Bei dem Stimmenanteil, den die SVP durch das Schüren von Angst gegenüber fremden Kulturen und dem Ausland in der Schweiz erreicht, möchte ich diese Bootschaft gerne zurücksenden.
Das so ein billiger Polulismus derart einschlägt, gibt mir wirklich zu denken.

Als Schweizer kann ich Euklid nur zustimmen, er trifft den Nagel auf den Kopf.
Im Gegensatz zu Deutschland hat die Schweiz keine Erfahrung damit, was aus dieser Art Politik zu machen entstehen kann und ist daher erst recht gefährdet, die tatsächlichen Probleme des Landes und deren Lösung aus den Augen zu verlieren.

Martin
mse
 
Beiträge: 2013
Registriert: 16. Okt 2008, 09:22
OS, Lazarus, FPC: Linux,Windows,FreeBSD,(MSEide+MSEgui 4.6,git master FPC 3.0.4,fixes_3_0) | 
CPU-Target: x86,x64,ARM
Nach oben

Beitragvon theo » 22. Mär 2010, 09:58 Re: Säue durch's Dorf treiben II

@Euklid, mse: Ich kenne eure Einstellung und Argumentationslinie.
Ich will ja auch nicht behaupten, dass das falsch sei. Wer weiss das schon?
Aber mindestens in einem Punkt muss ich schon widersprechen:
Ihr macht es euch zu einfach, indem ihr sagt, dass da einfach eine SVP (bzw. PRO NRW, Partij voor de Vrijheid) ein bisschen hetzen muss und schon läuft das dumme Volk braun an.
Die Immigrations-/Integrationspolitik ist ein Thema welches die Bürger beschäftigt, gerade auch in Deutschland.
Und dies nicht wegen brauner Hetze, sondern eher trotz massiver Appeasement Politik.
Dass das Thema dann von einer Partei aufgegriffen wird, ist in einer Demokratie normal.
Wenn es die Volksparteien nicht tun, dann machen es halt extremere Gruppen.
Das finde ich auch nicht gut, ist aber die logische Konsequenz.
Die Demokratie abschaffen wollen wir doch auch nicht, oder?

Ich glaube auch nicht, dass in der Schweiz das Thema sich nun weiter hochschaukelt.
Da hat sich mal ein Ventil geöffnet und der Dampf ist nun abgelassen, bei einem vergleichsweise unbedeutendem Thema (Kopftuchverbote oder sowas sind da weit einschneidender).
Ich denke viele Schweizer sind ob des eigenen Mutes erschrocken und nun ist's erst mal gut.
theo
 
Beiträge: 8193
Registriert: 11. Sep 2006, 18:01

Beitragvon mse » 22. Mär 2010, 11:14 Re: Säue durch's Dorf treiben II

theo hat geschrieben:Ich glaube auch nicht, dass in der Schweiz das Thema sich nun weiter hochschaukelt.
Da hat sich mal ein Ventil geöffnet und der Dampf ist nun abgelassen, bei einem vergleichsweise unbedeutendem Thema (Kopftuchverbote oder sowas sind da weit einschneidender).
Ich denke viele Schweizer sind ob des eigenen Mutes erschrocken und nun ist's erst mal gut.

Ich befürchte, dass das nicht so einfach ist. Die Medien und alle politischen Parteien und haben nun erlebt, dass die populistische Methode auch in der Schweiz phantastisch funktioniert und werden sich in der Zukunft danach richten, da die Kombination Medien-Reizthema scheinbar das einzige Mittel ist, Wähleranteil und Auflage zu steigern.
Mir scheint sogar, dass diese Einsicht schon seit längerer Zeit besteht, wenn ich mir die Parlamentsarbeit der letzten 10 Jahre betrachte.
In der Schweiz stellt sich das wirkliche Einwanderungsproblem meiner Meinung nach nicht als Integrations- oder Überfremdungs-Frage, sondern dass die dichtbesiedelte Schweiz einfach nicht mehr Einwohner erträgt, ohne dass es zu massiven Veränderungen der gewohnten Lebensweise und Lebensqualität kommt.
In das gleiche Kapitel gehört die ungebremste Zunahme der privaten und beruflichen Mobilität und die von der Wirtschaft geforderte "Flexibilität", das heisst dass von den Arbeitnehmern erwartet wird, alle paar Jahre aus Rücksicht auf die Bedürfnisse der Unternehmen und deren Aktionäre den Arbeitsort zu wechseln und das soziale Umfeld aufzugeben oder das halbe Leben in Verkehrsmitteln zu verbringen.
mse
 
Beiträge: 2013
Registriert: 16. Okt 2008, 09:22
OS, Lazarus, FPC: Linux,Windows,FreeBSD,(MSEide+MSEgui 4.6,git master FPC 3.0.4,fixes_3_0) | 
CPU-Target: x86,x64,ARM
Nach oben

Beitragvon theo » 22. Mär 2010, 12:02 Re: Säue durch's Dorf treiben II

mse hat geschrieben:Die Medien und alle politischen Parteien und haben nun erlebt, dass die populistische Methode auch in der Schweiz phantastisch funktioniert und werden sich in der Zukunft danach richten, da die Kombination Medien-Reizthema scheinbar das einzige Mittel ist

Mal sehen. Ich bin kein Hellseher, aber nicht ganz so skeptisch, weil ich das Stimmvolk für nicht soo leicht manipulierbar halte.

mse hat geschrieben:In der Schweiz stellt sich das wirkliche Einwanderungsproblem meiner Meinung nach nicht als Integrations- oder Überfremdungs-Frage, sondern dass die dichtbesiedelte Schweiz einfach nicht mehr Einwohner erträgt, ohne dass es zu massiven Veränderungen der gewohnten Lebensweise und Lebensqualität kommt.
In das gleiche Kapitel gehört die ungebremste Zunahme der privaten und beruflichen Mobilität und die von der Wirtschaft geforderte "Flexibilität", das heisst dass von den Arbeitnehmern erwartet wird, alle paar Jahre aus Rücksicht auf die Bedürfnisse der Unternehmen und deren Aktionäre den Arbeitsort zu wechseln und das soziale Umfeld aufzugeben oder das halbe Leben in Verkehrsmitteln zu verbringen.

Absolut einverstanden.
theo
 
Beiträge: 8193
Registriert: 11. Sep 2006, 18:01

Beitragvon Euklid » 23. Mär 2010, 21:20 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Das braune Problem haben wir dem Hörensagen nach in den neuen Bundesländern. In Deutschland sehe ich das Problem darin, dass viel zu wenig Integrationspolitik betrieben wird. Es dürfen keine Parallelkulturen entstehen, ansonsten besteht in meinen Augen die Gefahr, dass Fremdenhass u.ä. entsteht.

mse hat geschrieben:In das gleiche Kapitel gehört die ungebremste Zunahme der privaten und beruflichen Mobilität und die von der Wirtschaft geforderte "Flexibilität", das heisst dass von den Arbeitnehmern erwartet wird, alle paar Jahre aus Rücksicht auf die Bedürfnisse der Unternehmen und deren Aktionäre den Arbeitsort zu wechseln und das soziale Umfeld aufzugeben oder das halbe Leben in Verkehrsmitteln zu verbringen.


Das gleiche Problem haben wir auch. Die Politik hat festgelegt: Fahrten über 200 km seien zumutbar. Wer einen Job in dieser Entfernung oder den Wechsel des Arbeitsplatzes nicht annimmt, darf also mit keiner oder nur geringer Unterstützung durch den Staat rechnen.

Das Problem wird aber durch die herannahende Ölkrise beseitigt werden (zumindest prophezeihe ich das). Das Ölfördermaximum wird nach den neusten Prognosen 2014 erreicht. Danach steigt der Benzinpreis in unbezahlbare Höhen. Zumindest für die Zeit, in der keine Alternativen bereit stehen, werden das Zurücklegen großer Entfernungen sowie Warenlieferungen über große Entfernungen hinweg kaum noch rentabel sein. Meine Hoffnung ist, dass sich dadurch die durch die Globalisierung losgetretenen Probleme einschränken - ja sogar die Globalisierung ausgebremst wird und lokale Arbeitsplätze wichtiger werden.

Gruß, Euklid
Euklid
 
Beiträge: 2746
Registriert: 22. Sep 2006, 09:38
Wohnort: Hessen

Beitragvon Socke » 24. Mär 2010, 00:14 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Euklid hat geschrieben:Das gleiche Problem haben wir auch. Die Politik hat festgelegt: Fahrten über 200 km seien zumutbar. Wer einen Job in dieser Entfernung oder den Wechsel des Arbeitsplatzes nicht annimmt, darf also mit keiner oder nur geringer Unterstützung durch den Staat rechnen.

Wurde dabei auch festgelegt, wie diese Strecke zurückgelegt werden soll? Mit dem ÖPNV braucht man von einem Ort östlich von Bonn zum Kreishaus in Siegburg auf einer Strecke von knapp 20 km gute 50 Minuten (davon 7 Minuten Wartezeit). Hochgerechnet auf 200 km ergibt das 500 Minuten = 8 Stunden 20 Minuten; das zweimal täglich 16 Stunden 40 Minuten, plus 8:30 Stunden arbeiten (inkl. 30 min Mittagspause), hätte man schonmal 25 Stunden und 10 Minuten eines Tages verbraucht. Zugegeben eine solche Strecke zu finden ist schwer, aber der Weg sollte nicht anhand der Strecke sondern einer zumutbaren Zeit zurück gelegt werden können.

Euklid hat geschrieben:Das Problem wird aber durch die herannahende Ölkrise beseitigt werden (zumindest prophezeihe ich das). Das Ölfördermaximum wird nach den neusten Prognosen 2014 erreicht. Danach steigt der Benzinpreis in unbezahlbare Höhen. Zumindest für die Zeit, in der keine Alternativen bereit stehen, werden das Zurücklegen großer Entfernungen sowie Warenlieferungen über große Entfernungen hinweg kaum noch rentabel sein. Meine Hoffnung ist, dass sich dadurch die durch die Globalisierung losgetretenen Probleme einschränken - ja sogar die Globalisierung ausgebremst wird und lokale Arbeitsplätze wichtiger werden.

In Hongkong wurden Heute die Grenzwerte, ab denen das Zuhausebleiben empfohlen wird um das doppelte überschritten (und erst heute wurde deswegen gewarnt). Unabhängig der dortigen Sandstürme ist das viel zu hoch.
MfG Socke
Ein Gedicht braucht keinen Reim//Ich pack’ hier trotzdem einen rein
Socke
Lazarusforum e. V.
 
Beiträge: 2636
Registriert: 22. Jul 2008, 18:27
Wohnort: Köln
OS, Lazarus, FPC: Lazarus: SVN; FPC: svn; Win 10/Linux/Raspbian/openSUSE | 
CPU-Target: 32bit x86 armhf
Nach oben

Beitragvon theo » 24. Mär 2010, 09:42 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Euklid hat geschrieben:In Deutschland sehe ich das Problem darin, dass viel zu wenig Integrationspolitik betrieben wird. Es dürfen keine Parallelkulturen entstehen, ansonsten besteht in meinen Augen die Gefahr, dass Fremdenhass u.ä. entsteht.


Ja. Nur wie willst du das machen?
Wenn man vorschlägt, die Einwanderer müssten zu Sprachkursen oder zur Alphabetisierung verpflichtet werden, kommt aus deinem Lager bestimmt gleich der Diskriminierungsvorwurf, oder?

Euklid hat geschrieben:Das Problem wird aber durch die herannahende Ölkrise beseitigt werden (zumindest prophezeihe ich das). Das Ölfördermaximum wird nach den neusten Prognosen 2014 erreicht. Danach steigt der Benzinpreis in unbezahlbare Höhen. Zumindest für die Zeit, in der keine Alternativen bereit stehen, werden das Zurücklegen großer Entfernungen sowie Warenlieferungen über große Entfernungen hinweg kaum noch rentabel sein. Meine Hoffnung ist, dass sich dadurch die durch die Globalisierung losgetretenen Probleme einschränken - ja sogar die Globalisierung ausgebremst wird und lokale Arbeitsplätze wichtiger werden.


Das fande ich eigentlich auch gut, habe aber wenig Illusionen, dass es in absehbarer Zeit dazu kommen wird.
theo
 
Beiträge: 8193
Registriert: 11. Sep 2006, 18:01

» Weitere Beiträge siehe nächste Seite »
Nächste

Zurück zu Dies und Das



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

porpoises-institution
accuracy-worried