Säue durch's Dorf treiben II

Für sonstige Unterhaltungen, welche nicht direkt mit Lazarus zu tun haben

Re: Säue durch's Dorf treiben II

Beitragvon MmVisual » 24. Mär 2010, 11:48 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Dass wegen Peak-Oil der Preis in die Höhe gehen wird, bezweifle ich.

Viel mehr wird es in 1-2 Jahren eine Hyperinflation geben, weil niemand mehr an das Fiat Money glaubt. Dadurch gehen alle in materielle Werte und der Preis wird für alle Güter teurer. Nicht nur ein bischen, ich rede von mehreren Nullen hinten dran.

Die Staaten machen es bereits vor. Sie sind hoch verschuldet und es ist bereits jetzt unmöglich diese Schulden ab zu bezahlen. Dass wissen unsere Politiker haar genau. Also was solls, macht man halt mehr Schulden, anschließend eine Währungsreform und die Schulden sind weg. Effektiv müsste JEDER Staat der Welt bankrott sein. Wenn eine Privatperson so viele Schulden hätte, und weitere machen würde, dann würde man die Person sicher in die Klapse stecken.

Zitat, hab ich irgendwo mal gefunden, beschreibt die Währungsreform für jeden verständlich.
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Watt iss'n Währungsreform?
 
Beim Thema "Währungsreform" wird meistens das Wichtigste übersehen. Die meisten Leute denken "Wenn's zu einer Hyperinflation kommt, dann werden bei einer Währungsreform halt irgendwann überall drei Nullen gestrichen, und dann wird alles wieder gut." Das ist natürlich Unsinn, denn wenn ALLES (also Guthaben, Schulden, laufende Verpflichtungen und Bargeld) im gleichen Verhältnis umgestellt wird, ändert sich natürlich praktisch genauso viel, wie wenn wegen der gestiegenen Reisegeschwindigkeit der Kilometer statt dem Meter zur Grundeinheit gemacht würde, nämlich gar nichts.Trotzdem werden solche Pseudo-Währungsreformen von verzweifelten Politikern immer wieder durchgeführt. Für ein paar Wochen scheint sich dann auch meistens eine Stabilisierung einzustellen, danach geht die Hyperinflation dann weiter. Das liegt wohl daran, dass jedenfalls für ein paar Wochen gilt: Kein Trick ist blöd genug, als dass die Masse nicht darauf hereinfallen würde. Eine richtige Währungsreform ist etwas anderes, und die wird normalerweise dann durchgeführt, wenn der Staat vorher ordentlich Kredit direkt von der Zentralbank bekommen hat, wodurch die Hyperinflation überhaupt erst ausgelöst wurde."Dann kann der Staat sich ja einfach für Bankrott erklären", werden einige jetzt sagen. Stimmt, aber das kommt meistens ganz schlecht an, und außerdem wären anschließend praktisch alle Unternehmen, alle Banken und sogar die Zentralbanken ruiniert. Also braucht's erstmal ein schöneres Wort. "Währungsreform" klingt doch schonmal bedeutend besser als "Staatsbankrott", nicht wahr, zumal die alte Währung doch - wie jeder weiß - sowieso im Eimer war. Bei der Währungsreform geht es um zwei Dinge:
 
   1.      Der Staat will seine Schulden loswerden, jedenfalls zum großen Teil.
   2.      Die Unternehmen dürfen dabei nicht ruiniert werden, weil sonst die Produktion komplett zum Erliegen kommt.
 
Die folgenden Schritte müssen so oder so ähnlich alle auf einmal passieren:
 
   1.      Damit die Zahlen nicht mehr so groß sind, werden erstmal überall drei bis sechs Nullen abgemacht. Man muss die Leute ja mit irgendwas ablenken. Aber wie gesagt: Wirtschaftlich ändert das nichts. Im Folgenden tun wir daher so, als würde dieses Ablenkungsmanöver unterbleiben.
   2.      Der Staat erklärt seine Anleihen für wertlos (der nächste Euphemismus: Hat schonmal jemand nach einem Abend in der Kneipe seinen Deckel für wertlos "erklärt"? Beim Staat geht das anscheinend.). Nur die bei der Zentralbank liegenden Anleihen werden zu 50% zurückgezahlt.
   3.      Da alle Bankbilanzen nun ruiniert wären (denn die Aktiva der Banken enthalten Staatsanleihen ohne Ende), werden nun auch die Verbindlichkeiten der Banken reduziert. Und die Verbindlichkeiten der Banken sind: Tadadaa! Unsere Guthaben. Also werden - Zack! - alle Bankguthaben auf ein Fünftel reduziert. Die ersten soundsoviel Kröten des alten Bargelds werden 1:1 umgetauscht (die Zentralbank hat ja ein bisschen Luft, weil sie die Häfte, und nicht nur ein Fünftel auf die von ihr gehaltenen Staatsanleihen bekommt), der Rest 1:5 (die Reform trifft also scheinbar vor allem die "Reichen", das freut die Masse). Damit ist auch die Zentralbank aus dem Schneider.
   4.      "Ja nun, aber damit sind die Banken doch immer noch nicht saniert." werdet Ihr sagen. Schließlich gab es auf der Aktivseite ja einen Totalschaden, und auf der Passivseite steht immer noch mehr als Null. Tja, aber die Banken haben natürlich noch andere Aktiva, und das sind - nochmal: Tadadaa! - die Schulden, die Nichtbanken bei ihr haben. Die werden natürlich 1:1 übernommen, außer(!) bei Unternehmen (hier 1:5), weil die ja nach der Abwertung ihrer Guthaben sonst pleite wären.
   5.      Verbindlichkeiten von Nichtbanken gegenüber Nichtbanken werden auch 1:5 umgerechnet; damit ändert sich insbesondere für Unternehmen erstmal gar nichts, weil sich für die alles im gleichen Verhältnis ändert.
 
Was ist durch den ganzen Zinnober jetzt unter dem Strich passiert? Kurz gesagt ist der Staat fast alle seine Schulden los, und bezahlt haben dafür
 
    *      die Besitzer von Staatsanleihen
    *      Besitzer von Bargeld und Bankguthaben
    *      private Schuldner, denn die Schulden wurden formal 1:1 umgestellt, die Kaufkraft der neuen Währung wird aber höher sein (dran denken: Vom Abschneiden von drei bis sechs Nullen hatten wir abstrahiert) als die der alten.
 
Natürlich kann man hier noch alle möglichen Verzweigungen einbauen (was passiert z.B. mit Löhnen und Mieten? Drückt man medienwirksam den "Krisengewinnlern" - vor allem Immobilieneigentümern - eine an den Staat abzahlbare Zwangshypothek auf's Auge? usw.). Das grundlegende Prinzip ist aber m.E. oben bereits beschrieben.
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Beitragvon theo » 24. Mär 2010, 20:20 Re: Säue durch's Dorf treiben II

@MmVisual:

Sowas klingt natürlich immer nach Verschwörungstheorie. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich das zum Nennwert nehmen soll.
Ich verstehe nichts davon.

Man hofft immer, dass "die das Kind schon irgendwie schaukeln werden".
Allerdings sagt einem der "Hausverstand", dass es nicht gut gehen kann, wenn z.B. in Euroland sämtliche Kinder durch neue Schuldenaufnahme geschaukelt werden.

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Hier über den Goldstandard, auch die Schweiz betreffend: Hier kann man lesen, warum in der Schweiz die Golddeckung aufgehoben wurde, und was das mit dem "Judengold" zu tun hat. (Honi soit qui mal y pense)
http://www.iq-invest.biz/pdf/presse/gol ... oerung.pdf
Nur mal so zum zeigen, mit welchen Bandagen hier gespielt wird. Parallelen zum Steuerstreit sind imho vorhanden.
An die "Gutmenschen": Auch mal lesen, um zu erkennen wem die "Stimmungsmache" gegen die Schweiz dient.

-------------------
Sonst interessant, Kaptialismus - Debitismus:
http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgeme ... lismus.pdf
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Beitragvon theo » 25. Mär 2010, 01:52 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Ich möchte diesen Thread nicht abschliessen, aber trotzdem kurz erklären, warum ich ihn eröffnet habe.
Eigentlich nur, um zu zeigen, dass unsere Länder und die Differenzen die medial geschaffen werden, nur ein Spielball von "Mächten" ganz
anderer Dimension sind. Und dass ich, mse und möglicherweise weitere Schweizer hier genauso Figuren in diesem Spiel sind wie Ihr.

Welche Themen wurden hier aufgegriffen:

- Islam/Minarette: Letztlich wollen wir doch alle friedlich Leben. Die Ansichten wie man das erreichen kann unterscheiden sich.
Während Euklid beispiesweise ein Vertreter der Devise "Augen zu und durch" (Appeasement) ist, ist offenbar eine Mehrzahl der Schweizer
der Meinung, dass der politische Islam (dessen Zeichen u.a. das Minarett ist) nicht zu unseren (und eueren) Werten und Errungenschaften passt.
Auch Euklid würde in Not geraten, wenn er erklären müsste, was diese "Ideologie" von anderen totalitären Ideologien unterscheidet,
oder wie der Islam aus frauenrechtlicher Sicht zu betrachten ist.
Man kann das so oder so sehen. Auch in der Schweiz sind es 57% zu 43%. Aber kein Grund, dass Deutsche, Österreicher und Schweizer sich hassen müssten.

- Die Geldschweiz: Ich denke der obige Artikel über die Golddeckung zeigt, wie das Spiel läuft.
Nicht verschweigen will ich, dass hier einiges aus dem Ruder läuft, namentlich mit den Grossbanken und deren Einfluss auf die Politik. Aber dies
ist wiederum nur im globalen Kontext zu beurteilen. Das ist mir auch zu hoch. Für mich sieht es so aus, als ob sich die einen
G'schaftlhuber (bayerisches Wort) gegen die anderen durchzusetzen versuchen. Ob die nun UBS, Deutsche Bank, HBSC oder Crédit Agricole heissen
spielt dann auch keine Rolle mehr.
Der Steuerstreit ist aufgeblasenes Theater (wie das mit den nachrichtenlosen Vermögen), hinter dem ganz andere Interessen stehen. Darauf will ich mich nicht im Detail einlassen.
Wer aufmerksam gelesen hat, kann es sich vorstellen.

- Auch noch aufgreifen möchte ich das Thema, welches für die Medien auf beiden Seiten des Rheins ein gefundenes Fressen ist.
Der (vermeintliche?) Deutschenhass in der Schweiz.
Ich glaube mse hat hier den wesentlichsten Teil der Erklärung geliefert. Die Schweiz stösst an infrastrukturelle Grenzen.
Das geht vom Wohnungsbau bis zum öffentlichen und privaten Verkehr.

Ich glaube nicht, dass die Schweizer die Deutschen per se hassen (Ich tu's jedenfalls nicht).
Es ist vielmehr ein wesentliches Selbstidentifikationsmerkmal der Schweizer, nicht Deutsch, Französisch oder Italienisch zu sein ;-)
Österreich wird dagegen nicht als "Bedrohung der Identität" ;-) wahrgenommen.

Ich habe das schon in früher Kindheit kennengelernt.
Anekdote: Wir waren immer in der Südschweiz (Tessin) im Urlaub. Dort haben wir neben einem Tessiner Ureinwohner gewohnt (Fischer und Jäger).
Dieser hat immer über das ihm kulturell ferne Bern (Bundeshauptstadt) und die dortigen Beschlüsse gewettert was das Zeug hielt.
Das einzige was ihn noch mehr in Rage brachte, waren Diskussionen über das (ihm kulturell nahe) Norditalien. Dann lieber verrecken. ;-)

Also: Wenn es so etwas wie Deutschenhass in der Schweiz gibt, kommt das nicht aus einer aggressiven, sondern aus einer defensiven Haltung.
Es geht nicht um Individuen, sondern um ein "zuviel davon" welches die Indentität gefährden könnte.
Das unterscheidet die Deutschen Einwanderer in die Deutschschweiz von Italienischen oder Ex-Jugoslawischen.
Letztere werden nicht in diesem Sinne als "Identitätsbedrohend" wahrgenommen, weil zu fremd.

Du verstehen? Einfaches Beispiel: Im Züri-Tram eine geschliffene Hochdeutsche Stimme. Kommt schräg rüber.
Das wäre wie wenn in Berliner Verkehrsmitteln ein Schweizer "speaken" würde: "Nöchschti Schdazion Alegsanderblatz".

Naja. Ich hab's versucht ;-)
Friede sei mit uns. ;-)

P.S. Es war nicht meine Absicht, jemanden zu beunruhigen, durch die Links die ich und auch mmVisual gepostet haben.
Aber manchmal muss man ein bisschen "ausschweifen", um gewisse Fragen auf ein wesentlicheres Niveau zu heben.
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Beitragvon theo » 25. Mär 2010, 02:42 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Vor dem Schlafengehen habe ich noch kurz die Welt angeklickt.

Soviel zur Integrationsbereischaft:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... ation.html
Zuletzt geändert von theo am 25. Mär 2010, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon mse » 25. Mär 2010, 08:02 Re: Säue durch's Dorf treiben II

theo hat geschrieben:Auch Euklid würde in Not geraten, wenn er erklären müsste, was diese "Ideologie" von anderen totalitären Ideologien unterscheidet,
oder wie der Islam aus frauenrechtlicher Sicht zu betrachten ist.

Nur ging es in der Abstimmung nicht um diese Fragen, sondern darum, ob eine Religionsgemeinschaft ihre Kultusgebäude im Rahmen der bestehenden Baugesetzgebung so bauen darf, wie es ihrer Tradition entspricht, oder ob für den Islam Sonderregeln eingeführt werden sollen.
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Beitragvon theo » 25. Mär 2010, 10:59 Re: Säue durch's Dorf treiben II

mse hat geschrieben:Nur ging es in der Abstimmung nicht um diese Fragen, sondern darum, ob eine Religionsgemeinschaft ihre Kultusgebäude im Rahmen der bestehenden Baugesetzgebung so bauen darf, wie es ihrer Tradition entspricht, oder ob für den Islam Sonderregeln eingeführt werden sollen.


Für mich geht es hier, wie ich im ersten Beitrag schon geschrieben habe, um Symbole auf allen Ebenen.
Man kann mit den besten und menschlichsten Absichten, diese Symbole des Islamismus verhindern wollen.
Lies z.B. mal das: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/01/24/a0148
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Beitragvon mse » 25. Mär 2010, 11:18 Re: Säue durch's Dorf treiben II

theo hat geschrieben:
mse hat geschrieben:Nur ging es in der Abstimmung nicht um diese Fragen, sondern darum, ob eine Religionsgemeinschaft ihre Kultusgebäude im Rahmen der bestehenden Baugesetzgebung so bauen darf, wie es ihrer Tradition entspricht, oder ob für den Islam Sonderregeln eingeführt werden sollen.


Für mich geht es hier, wie ich im ersten Beitrag schon geschrieben habe, um Symbole auf allen Ebenen.
Man kann mit den besten und menschlichsten Absichten, diese Symbole des Islamismus verhindern wollen.


Ein äusserst heikles Unterfangen für einen Rechtsstaat und dessen Gesetzgebung.
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Beitragvon theo » 25. Mär 2010, 11:41 Re: Säue durch's Dorf treiben II

mse hat geschrieben:Ein äusserst heikles Unterfangen für einen Rechtsstaat und dessen Gesetzgebung.


Das ist wohl wahr.
Das war der Hauptgrund, weshalb ich persönlich nicht für das Minarettverbot gestimmt habe.
Aber das sind immer Grenzfälle. Siehe Kopftuchverbot, Burkaverbot in Frankreich.
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Beitragvon theo » 25. Mär 2010, 12:06 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Euklid hat geschrieben:Naja, wenn ein Minarett-Verbot in der Schweiz so reibungslos über die Bühne geht, spricht das finde ich Bände. Aber nicht nur in der Schweiz scheinen die Rechtspolulisten einen großen Einfluss auf die Bevölkerung zu haben - ähnliches hört man ja auch über Österreich.


Da brauchst du nicht unbedingt auf Österreich und die Schweiz zeigen:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... treit.html
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Beitragvon Euklid » 25. Mär 2010, 18:41 Re: Säue durch's Dorf treiben II

theo hat geschrieben:Während Euklid beispiesweise ein Vertreter der Devise "Augen zu und durch" (Appeasement) ist


So ein Unsinn. Ich stelle nur nicht jeden Moslem unter Generalverdacht, wie das offenbar von manchen anderen Menschen gemacht wird.

der Meinung, dass der politische Islam (dessen Zeichen u.a. das Minarett ist) nicht zu unseren (und eueren) Werten und Errungenschaften passt.


Die undifferenzierte Betrachtungsweise finde ich schade. Zumindest lesen sich die Beiträge teilweise so, als gäbe es nur - überspitzt gesagt - den bösen Moslem, dessen Frauen unterdrückt werden und der für die Durchsetzung eines totalitären Gottesstaates im Herzen der Schweiz ist.

Auch beim Islam gibt es Gemäßigte, deren Stellung unter den Muslimen durch die von Dir genannten und von vielen verbreiteten Vorurteile geschwächt werden. Dadurch spitzt sich die Situation nur zu. Theo: Wir müssen dafür sorgen, dass Muslime und Menschen mit christlichem Ursprung miteinander statt gegeneinander leben. Vorurteile, auch wenn sie auf manche Muslime vielleicht zutreffen, stören den Prozess des gegenseitigen kulturellen und integrativen Austausches. Wenn wir gegen totalitäre Ideologien sind, müssen wir überlegen, wie wir die Gemäßigten stärken, Theo. Eine andere Möglichkeit bleibt uns nicht.

Also: Wenn es so etwas wie Deutschenhass in der Schweiz gibt, kommt das nicht aus einer aggressiven, sondern aus einer defensiven Haltung. Es geht nicht um Individuen, sondern um ein "zuviel davon" welches die Indentität gefährden könnte.


Wie definierst Du denn die Schweizer Identität?
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Beitragvon theo » 25. Mär 2010, 20:03 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Euklid hat geschrieben:So ein Unsinn. Ich stelle nur nicht jeden Moslem unter Generalverdacht, wie das offenbar von manchen anderen Menschen gemacht wird.

Ich bestimmt auch nicht. Darum geht's auch nicht.

Euklid hat geschrieben:Auch beim Islam gibt es Gemäßigte, deren Stellung unter den Muslimen durch die von Dir genannten und von vielen verbreiteten Vorurteile geschwächt werden. Dadurch spitzt sich die Situation nur zu.


Das kann schon sein. Ich weiss nicht was richtig oder falsch ist.
Diese iranische Frau meint allerdings so ziemlich das Gegenteil: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/01/24/a0148

Die Islamisten nutzen geschickt die Laxheit in Europa und das aus der Geschichte herrührende schlechten Gewisse - das u. a. aus dem französisch-algerischen Krieg und aus dem Nationalsozialismus resultiert - aus. Wer den Islam kritisiert oder die Barbarei einer totalitären Religion, wird von ihnen als "islamophob" eingestuft. Oder als Rassist. Aber gerade ein Land wie Deutschland hat eine enorme Verantwortung. Die Laxheit der Deutschen hat den Islamismus in der Türkei gestärkt.

Ich habe in Istanbul gelebt. Und ich kann Ihnen sagen, die Islamisten haben verstanden, dass sie sowohl im Innern als auch im Äußeren ihrer Länder aktiv werden müssen. Sie sind Missionare. Sie wollen einen weltweiten Islamismus organisieren. Das Kopftuch ist das Emblem des islamistischen Systems. Weil es sich in Frankreich und in Deutschland ausbreiten konnte, ist das auch in der Türkei und in Nordafrika möglich.


Euklid hat geschrieben:Wie definierst Du denn die Schweizer Identität?

Das müsste ich mir erst mal Gründlich überlegen ;-)
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Beitragvon AlterMann » 27. Mär 2010, 14:10 Re: Säue durch's Dorf treiben II

Wenn wir schon beim Ausschweifen sind, hier ein paar Einwände aus Österreich:

Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle ist: Wem nützt der Zuzug aus islamischen Ländern (außer den Zuwanderern), also wer ermöglicht ihn?

1. Der Industrie. Einerseits billigere Arbeitskräfte, andererseits scheinen die glöbalen Unternehmen wie Lebensmittel-, oder Saatgutkonzerne als Endziel ohnedies einen hoffnungslos überbevölkerten (sprich mit einem möglichst homogenen Menschenbrei überzogenen) Planeten vor Augen zu haben.

2. Linke Gruppen wie in Österreich z.B. die Grünen fördern ihn aus rein ideologischen Gründen.

Da letztere keinen nennenswerten Einfluß auf Entscheidungen haben, bleibt wohl nur die Industrie als Motor.
Da die Industrie ohne Politik nichts steuern kann, stellt sich die nächste Frage: Läßt die Politik dies einfach geschehen, oder ist sie der Industrie schon so hörig?

Ich weiß nicht wie es in der Schweiz oder in Deutschland ist, aber in Österreich ist die veröffentlichte Meinung und die öffentliche Meinung nicht einmal mehr ähnlich.
Keiner ist zufrieden mit der Situation, quer durch alle Bevölkerungsschichten werden die Ausländer (besonders Mohammedaner) abgelehnt. Nicht weil sie anders sind, sondern weil sie zuviele sind.
Wer es sich leisten kann, zieht aus den Ballungszentren weg, um nicht unter ihnen leben zu müssen.

Keiner hat eigentlich etwas gegen den Islam, aber niemand versteht warum er hier als Parallelkultur installiert werden soll.
Populisten machen diese Meinungen übrigens nicht, sondern greifen sie einfach auf.

In Österreich wird häufig und kontroversiell über Asylanten, deren Unterbringung und die dazugehörigen Verfahren debattiert. Das sind aber eigentlich unsere Säue, die durchs Dorf getriebn werden, denn ihre Anzahl ist winzig gegenüber der Anzahl derer die entweder illegal als U-Boote im Land sind oder aus verschiedensten anderen Gründen.

Das Minarettverbot in der Schweiz wird imho nur deshalb in Europa so breitgetreten, weil es immer schön ist auf andere zeigen zu können die "noch schlimmer" sind als man selbst.

Komischerweise wird das Problem der Welt (welches ich persönlich als die Ursache für 99% alleranderen sehe) kaium mehr berührt: > 6.000.000.000 Menschen Weltbevölkerung.
Natürlich erklären uns (von Konzernen erworbene) Politiker, daß man mit heutiger Technik auch 10.000.000.000 Menschen ernähren könnte. Aber um welchen Preis?
Daß wir wie Käfighühner in einer unwirtlichen Welt vegetieren?
Da wäre es doch besser wenn nur 500.000.000 eine Lebenswerte Umwelt bewohnen!

So jetzt bin ich ordentlich abgeschweift, aber das mußte raus.
Grüße
Christian
Früher war alles besser. Und aus Holz!
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Beitragvon theo » 27. Mär 2010, 18:25 Re: Säue durch's Dorf treiben II

AlterMann hat geschrieben:Wem nützt der Zuzug aus islamischen Ländern (außer den Zuwanderern), also wer ermöglicht ihn?

Die Frage "Cui bono" ist sicher oft angebracht, das kann ich aber in diesem Falle nicht beurteilen.

AlterMann hat geschrieben:In Österreich ist die veröffentlichte Meinung und die öffentliche Meinung nicht einmal mehr ähnlich.

Diese Aussage hört man oft. Volksabstimmungen können das z.T. wieder etwas angleichen. ;-)

AlterMann hat geschrieben:Das Minarettverbot in der Schweiz wird imho nur deshalb in Europa so breitgetreten, weil es immer schön ist auf andere zeigen zu können die "noch schlimmer" sind als man selbst.

Ich glaube, die "offizielle Empörung" diente vor allem zur Innenpolitischen Beschwichtigung/De-Eskalation.
Bei der Abstimmung im Uno-Menschenrechtsrat über die von Pakistan eingebrachte (nicht Schweiz spezifische)
Kritik am Bauverbot von Minaretten und Moscheen sowie andere Diskriminierungen, hat dann doch die gesamte westliche Welt Stellung bezogen:
Die EU-Staaten, die USA sowie mehrere lateinamerikanische Staaten stimmten dagegen. Frankreichs Botschafter Jean-Baptiste Mattei etwa sagte im Namen der EU, die Menschenrechte schützten das Individuum, nicht Glaubenssysteme. Die islamischen Staaten befürworteten die Resolution; Unterstützung erhielten sie von China, Kuba und den afrikanischen Staaten.


AlterMann hat geschrieben:quer durch alle Bevölkerungsschichten werden die Ausländer (besonders Mohammedaner) abgelehnt. Nicht weil sie anders sind, sondern weil sie zuviele sind.
...
Keiner hat eigentlich etwas gegen den Islam, aber niemand versteht warum er hier als Parallelkultur installiert werden soll.


Da darf man nicht alles in einen Topf werfen.

Das "zu schnell Zuviele" ist ein Problem, welches nicht unbedingt mit Xenophobie oder der Herkunft der Einwanderer zu tun hat sondern mit Immigrationspolitik.

"Parallelkultur" hat mit Integration/Integrierbarkeit zu tun.

Islamismus, Jihadismus und Terrorismus sind wieder andere Bereiche.

"Mohammedaner" sind für mich aber in erster Linie Menschen. Auf Menschen sollte man nicht losgehen, sondern auf die Politik und menschenverachtende Ideologien.
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