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Für sonstige Unterhaltungen, welche nicht direkt mit Lazarus zu tun haben

Beitragvon Euklid » 28. Aug 2007, 11:20

pluto hat geschrieben:Kannst du mir das bitte genauer beschreiben was du meinst ?


Ja:

1. Wir leben in einem System, in dem sich die Wirschaft verselbstständigt. Im Politik und Wirtschaft - und in Teilen der Gesellschaft - ist man mehr und mehr der Auffassung, die Menschen seien für die Wirtschaft da. Dabei sollte es eigentlich umgekehrt sein - die Wirtschaft sollte nämlich für die Menschen da sein. Leider hat das zur Folge, dass die Freiheiten und Interessen den Menschen (Arbeiter) den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen untergeordnet werden.

2. Durch die uns zur Verfügung stehende Vielfalt an Medien wird unsere Umwelt zunehmen anonymer. Früher haben die Leute abends in gemütlicher Runde zusammen gesessen - heute verbringen viele den Abend vor dem eigenen Fernseher oder dem Computer. Menschen und Persönlichkeiten werden zunehmend reduziert auf aufleuchtende ICQ-Fenster, in denen (von den Smilies abgesehen) jede Emotion weggefiltert wird.

3. Aufgrund der schrumpfenden Löhne der Nicht-Manager müssen häufig zwei Elternteile arbeiten gehen. Für die Kinder kann das aber schlimme Konsequenzen haben, da hier die Gefahr besteht, das ihnen die Bezugsperson abhanden kommt.

4. Wir leben in einer Welt der Reizüberflutung. Das führt zu einer Abstumpfung der Sinne. Die Abstumpfung der Sinne hat die fatale Folge, dass sich viele mit dem, was normal ist, nicht mehr zufrieden geben und sich zu extremen Charakteren herausbilden.
Folgen sind auch z.B. dass Kinofilme immer blutiger, actionreicher und extremer werden- was anderes ist heutzutage unspektakulär. Fernsehn - egal ob privat (da schneller) oder öffentlich-rechtlich - wird zunehmend niveauloser. Immer schrägere Typen finden Sendezeit und die Gesellschaft adaptiert diesen unnormalen Zustand als normalen Zustand.

5. Fernsehn und Werbung schaffen ein verzerrtes Bild von der Realität: Fit und Gesund, schlank, jung, sportlich und dynamisch sowie allwissend muss man sein, um etwas zu zählen. Jede Abweichung wird als unnormal angesehen. Dadurch entsteht ein gesellschaftlicher Druck auf die Individuen, und nicht jeder kann dem standhalten.

In der Summe verliert das Individuum zunehmend an Identität. Die Menschen, die im oben beschriebenen Wahn nicht mehr mithalten können, fühlen sich leer und gelangen zunehmen in einen Teufelskreis, der in isolierter Depression endet. Daher steigen die Zahl derer Menschen, die "professionelle Hilfe" bei Psychologen suchen.
Bei anderen Menschen artet die Depression in Agressivität aus. Insbesonder die in Entwicklung befindlichen Jugendlichen sind hier gefärdet. Das ist sicher einer der Gründe, die Selbstmord und Amok begünstigen.
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Beitragvon petermännchen » 28. Aug 2007, 11:38

Euklid hat geschrieben:
pluto hat geschrieben:Kannst du mir das bitte genauer beschreiben was du meinst ?


Ja:

1. Wir leben in einem System, in dem sich die Wirschaft verselbstständigt. Im Politik und Wirtschaft - und in Teilen der Gesellschaft - ist man mehr und mehr der Auffassung, die Menschen seien für die Wirtschaft da. Dabei sollte es eigentlich umgekehrt sein - die Wirtschaft sollte nämlich für die Menschen da sein. Leider hat das zur Folge, dass die Freiheiten und Interessen den Menschen (Arbeiter) den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen untergeordnet werden.

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In der Summe verliert das Individuum zunehmend an Identität. Die Menschen, die im oben beschriebenen Wahn nicht mehr mithalten können, fühlen sich leer und gelangen zunehmen in einen Teufelskreis, der in isolierter Depression endet. Daher steigen die Zahl derer Menschen, die "professionelle Hilfe" bei Psychologen suchen.
Bei anderen Menschen artet die Depression in Agressivität aus. Insbesonder die in Entwicklung befindlichen Jugendlichen sind hier gefärdet. Das ist sicher einer der Gründe, die Selbstmord und Amok begünstigen.


Das wird dahin gehen, dass der Mensch auf die Funktion Konsument reduziert wird. Wie das System dann aussehen wird, also weiterhin Zahlungen mit bunten Zetteln, Plastik, Orden oder so kann ich nicht abschätzen. Hat sich aber bei genauer Betrachtung seit Erfindung des Handelns nicht wesentlich geändert.

Viel wichtiger ist, dass die Stellung der Wirtschaft die der Politik mit ersetzen wird. Dieser Prozess ist schon seit einiger Zeit im Gange. Aber auch dass ist nicht ganz neu, wurden doch selbst die Könige und deren Hofstaat mit finanziellen Zuwendungen gesteuert.

Statt Diktatur, Monarchie, Demokratie wird sich die Politik der Stärkeren durchsetzen. Und das ist die Wirtschaft. Diese kann ohne Politik leben, anders herum aber nicht.

Bleibt zu hoffen, dass es auf Dauer gelingt, Monopole zu verhindern.

Gruß

Peter
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Beitragvon ralli » 28. Aug 2007, 15:45

Euklid hat geschrieben:
pluto hat geschrieben:Kannst du mir das bitte genauer beschreiben was du meinst ?


Ja:

1. Wir leben in einem System, in dem sich die Wirschaft verselbstständigt. Im Politik und Wirtschaft - und in Teilen der Gesellschaft - ist man mehr und mehr der Auffassung, die Menschen seien für die Wirtschaft da. Dabei sollte es eigentlich umgekehrt sein - die Wirtschaft sollte nämlich für die Menschen da sein. Leider hat das zur Folge, dass die Freiheiten und Interessen den Menschen (Arbeiter) den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen untergeordnet werden.

2. Durch die uns zur Verfügung stehende Vielfalt an Medien wird unsere Umwelt zunehmen anonymer. Früher haben die Leute abends in gemütlicher Runde zusammen gesessen - heute verbringen viele den Abend vor dem eigenen Fernseher oder dem Computer. Menschen und Persönlichkeiten werden zunehmend reduziert auf aufleuchtende ICQ-Fenster, in denen (von den Smilies abgesehen) jede Emotion weggefiltert wird.

3. Aufgrund der schrumpfenden Löhne der Nicht-Manager müssen häufig zwei Elternteile arbeiten gehen. Für die Kinder kann das aber schlimme Konsequenzen haben, da hier die Gefahr besteht, das ihnen die Bezugsperson abhanden kommt.

4. Wir leben in einer Welt der Reizüberflutung. Das führt zu einer Abstumpfung der Sinne. Die Abstumpfung der Sinne hat die fatale Folge, dass sich viele mit dem, was normal ist, nicht mehr zufrieden geben und sich zu extremen Charakteren herausbilden.
Folgen sind auch z.B. dass Kinofilme immer blutiger, actionreicher und extremer werden- was anderes ist heutzutage unspektakulär. Fernsehn - egal ob privat (da schneller) oder öffentlich-rechtlich - wird zunehmend niveauloser. Immer schrägere Typen finden Sendezeit und die Gesellschaft adaptiert diesen unnormalen Zustand als normalen Zustand.

5. Fernsehn und Werbung schaffen ein verzerrtes Bild von der Realität: Fit und Gesund, schlank, jung, sportlich und dynamisch sowie allwissend muss man sein, um etwas zu zählen. Jede Abweichung wird als unnormal angesehen. Dadurch entsteht ein gesellschaftlicher Druck auf die Individuen, und nicht jeder kann dem standhalten.

In der Summe verliert das Individuum zunehmend an Identität. Die Menschen, die im oben beschriebenen Wahn nicht mehr mithalten können, fühlen sich leer und gelangen zunehmen in einen Teufelskreis, der in isolierter Depression endet. Daher steigen die Zahl derer Menschen, die "professionelle Hilfe" bei Psychologen suchen.
Bei anderen Menschen artet die Depression in Agressivität aus. Insbesonder die in Entwicklung befindlichen Jugendlichen sind hier gefärdet. Das ist sicher einer der Gründe, die Selbstmord und Amok begünstigen.


Also @euklid, langsam wird es mir aber unheimlich. Ich ahne, Du bist ein Seelenverwandter... Also, da kann ich alles nur unterstreichen. Du hast in jedem Punkt recht.

Zu 1.)

Macht muss kontrolliert werden. Machtmissbrauch muss geahndet werden. Durch die aufgezwungene Fremdbestimmung leben viele bereits ein Leben in entliehener Identität, haben sich von Ihrem eigenen Wesenskern entfernt. Männern werden systematisch die Gefühle aberzogen. Und das Allerschlimmste, die meisten finden das normal, weil sie nie etwas anderes kennen gelernt haben.

Zu 2.)

Wenn keine Medienkompetenz erworben wird, wird die angebotene Ersatzrealität für nicht gelebte Lebenswirklichkeit als Realität empfunden und die veröffentliche Meinung als öffentliche Meinung angesehen. Allerdings ist eine gemütliche Runde vor dem TV auch nur ein passiver Konsum. Und die gemütliche Runde ohne diverse TV Berieselung ist lange, lange her ... Der Fernseher ist ein Verblödungsgenerator. Wir könnten sehr gut ohne auskommen, sehen hin und wieder mal eine Doku. Die wirklich guten Sendungen wurden längst auf einen Sendeplatz geschoben von Gut und Böse.

Zu 3.)

Das hat bereits fatale Auswirkungen bei Schülern, Kindern und Heranwachsenden. Hemmungslose Aggressivität, innere Leere, Konzentrationsschwierigkeiten und nervöse Reizbarkeit sind bereits seit Jahren an der Tagesordnung. Alles eine Folge von mangelnder Zuwendung und Liebe im heimischen Elternhaus und nicht mehr statt findender Erziehung. Die Ratenzahlung für das neue Auto und die Hypothekenzahlung des Hauses rauben den Eltern die letzte Energie. Für aufrichtige Hingabe ist das keine Zeit mehr. Schon ein früherer Slogan der Sparkassen deutete auf diesen Trend der Habengesellschaft hin: Spare was, dann haste was, haste was, dann biste was. Du bist nur wenn du Hast. Sein darfst Du sonst nicht...

Kinder unter diesen Umständen in diese schein (heilige) Welt zu setzen, ist schlichtweg ein Verbrechen.

zu 4.)

Auch hier finden wir wieder einen Ersatz für nicht gelebtes Leben. Das ganze hat System und Methode. Warum ein junger Mensch das Bedürfnis hat, auch nur virtuell Menschen zu schlachten zu morden, zu vernichten, hat sich mir bis heute nicht erschliessen können. Und das hinterlässt Spuren in der Seele und führt zu einer Verwahrlosung des inneren Mileues. Nach dem 11. September wurde das Ende der Spassgesellschaft propagiert. Und ? Ist das eingetreten ? Die Verblödung schreitet auf unterstem Niveau fort. Der grosse Sigmund Freud hat einmal gesagt:

Schamlosigkeit ist das erste Anzeichen von Schwachsinn

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Wir leben in einem Zeitalter der grössten Irrationalität. Dabei ist gesunder Menschenverstand nichts anderes als das Gespür für das Richtige. Und dazu gehört ein gesundes Urteilsvermögen. Das erwirbt sich nur der, der sich mit der Lebenswirklichkeit auseinandergesetzt hat. Jeden Tag aufs neue.

zu 5.)

Hier wird die Lebenswirklichkeit bis zur Unendlichkeit verzerrt und ein völlig falsches Menschenbild gezeichnet und transportiert. Der Jugendwahn ist reinste Menschenverachtung.

Und die oben von @euklid beschriebene innere Leere und die dadurch erzeugte Identitätskrise erzeugt ein depressogenes Klima. Ohnmacht, Antriebsschwäche und der Verlust von vitaler Lebendigkeit sind längst Folgen dieser gesellschaftlchen Konditionierung.

Und merke:

Wer seine Zufriedenheit ausschliesslich von äusseren Umständen und dem äusseren Mileu abhängig macht, kann nie wirklich glücklich werden. Alles muss aus Dir selbst kommen. Du bist der Architekt Deiner Lebenswirklichkeit. Schaff Dir Deinen eigenen inneren Wertekosmos und hör auf Deine innere Stimme, die gibt den richtigen Weg vor. Dann hat die äussere Verwahrlosung keine Chance. Ein wirklich zufriedener Mensch zehrt von seinem inneren Reichtum. Er benötigt keine Ersatzbefriedigungen durch nie endenden Konsum.

Ach dieses Thema ist viel zu wertvoll, um so kurz abgehandelt zu werden. Aber auch mir fehlt die Zeit, um noch weiter in die Tiefe zu gehen.

Ein grandioser Beitrag und gleichzeitig noch eines meiner Lieblingsthemen. Danke @euklid . Dir empfehle ich Literatur von Erich Fromm. Er hat vor Jahrzehnten bereits diese Entwurzelung des Einzelnen durch die aufgezwungenen wirtschaftlichen Verhältnisse aufgezeigt.

Authentisch leben

Haben oder Sein

Wege aus einer kranken Gesellschaft

Die Psychopathologie der Normalität

Die Angst vor der Freiheit

um nur einige zu nennen. Ich bin überzeugt, Dir wird alles von Ihm gefallen ..

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Beitragvon pluto » 28. Aug 2007, 16:00

Ich gebe euch soweit auch in allen punkten recht.

Die Frage ist jetzt natürlich wie könnten wir das abwenden das drohende Unheil über uns !

Daraus folgt sicher das es bald keine Famielen mehr in der uns vertrauten form mehr geben wird !

Macht ja auch kein sinn im Moment eine Famiele zu gründen !

Wie soll man sie ernähren oder aber auch seine aufmerksam schencken.
Wenn ein Mitglied ein oder mehrer anliegen(z.b. Probleme) hat.

Das geht alles heut zu Tage nicht mehr. Und dann wird geschrieben das die Gebuarsrate zu niedrig ist.... ja warum bloß ! Da kann man doch nur sagen: Selber Schuld ! Wenn man nix bekommt kann man auch nix abgeben so ist das nun mal !
MFG
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Beitragvon ralli » 28. Aug 2007, 17:10

@pluto, entweder ist man von liebenden Eltern gross gezogen worden, oder eben nicht. Im zweiteren Fall muss dieser Nachreifungsprozess selber angestossen werden. Liebesfähigkeit ist nicht angeboren. Lieben muss erlernt werden, oder Du hattes als Vorbild liebende Eltern. Was wirklich zählt, ist lieben. Ein Leben ohne Liebe ist wertlos. Liebe ist die einzige Macht, der ich bedingungslos vertraue und der ich mich unterwerfe. Liebe macht nicht nur glücklich. Liebe kann auch heilen ... Und natürlich hat echte Liebe nichts mit SEX zu tun.

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Beitragvon petermännchen » 28. Aug 2007, 20:05

ralli hat geschrieben:@pluto, entweder ist man von liebenden Eltern gross gezogen worden, oder eben nicht. Im zweiteren Fall muss dieser Nachreifungsprozess selber angestossen werden. Liebesfähigkeit ist nicht angeboren. Lieben muss erlernt werden, oder Du hattes als Vorbild liebende Eltern. Was wirklich zählt, ist lieben. Ein Leben ohne Liebe ist wertlos. Liebe ist die einzige Macht, der ich bedingungslos vertraue und der ich mich unterwerfe. Liebe macht nicht nur glücklich. Liebe kann auch heilen ... Und natürlich hat echte Liebe nichts mit SEX zu tun.

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Da gab es doch schon mal Betrachtungen in dieser Richtung?
War es nicht so, dass ALLES auf dem EGOismus beruht? Ergo alles triebgesteuert ist?

Ich bin nun auf dem Weg zum Weisen (werde also alt). Illusionen über die Heiligkeit der Empfindungen mache ich mir nicht mehr. Nicht das ich diese nicht mehr empfinden oder ich diesen nicht momentan unterliegen könnte, jedoch nehmen mich diese (Empfindungen) nicht mehr auf Dauer gefangen.
Liebe kann sich über viele Wege ausdrücken, auch asexuell. Egal wie, kann sie immer außergewöhnliche Eindrücke hinterlassen und unglaubliche Energien freisetzen.
Unbewusst streben wir alle nach der höchstmöglichen Erfüllung. Und dieses bezeichne ich, zusammen mit bedeutenderen Vorrednern in der Zeitgeschichte, als Egoismus.

Ich betrachte dies als notwendige Vorraussetzung zur Weiterentwicklung, als eine Triebfeder, also als etwas Gutes.

Gruß

Peter der Philosoph
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Beitragvon petermännchen » 28. Aug 2007, 20:49

Da ich verhindern möchte, dass mein Beitrag gerade gelesen wurde und mittlerweile vielleicht beantwortet wird, hier ein neuer Eintrag:

- Ich bin erklärter Minimalist
- Ich bin Freidenker
- Ich glaube nur wenig, weiss aber noch weniger

Betrachtungen bzw. Ansichten wie vorher von Euklid und/oder Ralli gelesen erfüllen mich mit Staunen und Bewunderung, könnte ich diese doch in dieser Konsequenz niemals in meinem Umfeld wiederfinden oder gar erzeugen.
Liegt es an mir? Oder an meinem Umfeld? Ist eventuell der Mensch an sich eher Tier denn Mensch? Wo (und vor allem warum) hier die Grenze ziehen?

Fakt ist doch, dass der Mensch seiner intellektuellen Entwicklung deutlich hinterher hinkt. Man könnte sagen, nicht mehr ganz Tier, aber auch noch nicht ganz ein Gott. (Letzteres beziehe ich einfach nur auf die physikalischen Möglichkeiten des Menschen, wobei es auf den Standpunkt des Betrachters ankommt.)

Ich finde, alles was menschlich ist, sollte auch gewürdigt werden. Auch, wenn wir dieses im Zeitfenster der momentanen Sicht nicht verstehen. Auch wenn es Leid, Elend, Versagen, Verbrechen oder was auch immer widerspiegelt. Unsere Beurteilung heute wird eventuell schon morgen Geschichte sein.

Peter, immer noch Neandertaler (die ausgerotteten)
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Beitragvon Christian » 28. Aug 2007, 20:53

Jetzt verstehe ich das mit dem Win98 ...
W.m.k.A.h.e.m.F.h. -> http://www.gidf.de/
Christian
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Beitragvon petermännchen » 28. Aug 2007, 20:58

Bist also auch ein Cro-Magnon??!!

Gruß

Peter
Zeiterfassung, einfach gerechter!
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Beitragvon Christian » 28. Aug 2007, 21:41

Mhm, bin mir da nicht so sicher die dichte ,meines Schädelknochens ist deutlich höher weshalb es auch immer son Spass macht den mit anderen zusammenzuhaun, beim Inhalt bin ich mir unschlüssig.
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Beitragvon Euklid » 28. Aug 2007, 22:01

@ralli: Danke für die Aufmunterung!

@petermännchen:

petermännchen hat geschrieben:War es nicht so, dass ALLES auf dem EGOismus beruht?


Sehe ich nicht so. Sicherlich gehört ein gewisser Egoismus dazu, sich evolutionär derart durchgesetzt zu haben wie der Mensch.
In einer Welt, in der sich der Mensch bereits durchgesetzt hat (wie gegenwärtig) ist der Egoismus jedoch für das Fortbestehen des Menschen (als Rasse) nicht mehr hilfreich - eher im Gegenteil. Gegenspieler des Egoismus ist die Vernunft. Und ich möchte behaupten, dass man selbst mit egoistischen Standpunkten durch die Anwendung der Vernunft und rationalen Denkens zu altruistischen Standpunkten gelangt.

Freud behauptete, jedes Handeln ließe sich auf die Triebe des Menschen reduzieren. Hierin sieht man ihn aktuell jedoch nicht bestätigt. Insbesondere die Fähigkeit zur Empathie lässt sich wohl kaum über Triebe erklären.

Leider hat sich auf der Welt ein egoistisches Wirtschaftssystem etabliert, das früher einmal hilfreich gewesen ist, mittlerweile den Menschen aber eher geiselt als nützt.

Fakt ist doch, dass der Mensch seiner intellektuellen Entwicklung deutlich hinterher hinkt.


Bin ganz deiner Meinung! Das Problem ist wohl, dass sich die technischen Fähigkeiten des Menschen schneller entwickeln als seine kulturellen. Durch die Naturwissenschaften bekommt der Mensch Werkzeuge in die Hand gelegt, mit denen er aufgrund mangelnder kultureller Fähigkeiten nicht verantwortungsvoll umgehen kann.

Ich finde, alles was menschlich ist, sollte auch gewürdigt werden. Auch, wenn wir dieses im Zeitfenster der momentanen Sicht nicht verstehen. Auch wenn es Leid, Elend, Versagen, Verbrechen oder was auch immer widerspiegelt. Unsere Beurteilung heute wird eventuell schon morgen Geschichte sein.


Wenn wir Menschen uns zu jedem Zeitpunkt die Mühe machen, über unser grundlegendes Handeln tiefgehend nachzudenken und dann so handeln, wie wir es aufgrund eigener Werte für richtig halten, dann können wir uns zu einem späteren Zeitpunkt keinen Vorwurf machen, etwas falsch gemacht zu haben - selbst wenn die Folgen unseres Handelns nicht den Erwartungen entsprechen.

Das Bemühen jedes Einzelnen, zu jeder Zeit nach seinen Werten richtig zu handeln, finde ich also sehr wichtig.

Und, wie schon erwähnt, kommt man meiner Meinung nach durch die Vernunft und rationales Denken automatisch zu altruistischen (bzw. ähnlichen) Auffassungen. Um die Auffassungen dann vollständig in die Tat umsetzen zu können, ist es sicherlich zunächst notwendig, sich selbst dazu zu überwinden.
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Beitragvon John » 28. Aug 2007, 22:51

petermännchen hat geschrieben:Fakt ist doch, dass der Mensch seiner intellektuellen Entwicklung deutlich hinterher hinkt. Man könnte sagen, nicht mehr ganz Tier, aber auch noch nicht ganz ein Gott. (Letzteres beziehe ich einfach nur auf die physikalischen Möglichkeiten des Menschen, wobei es auf den Standpunkt des Betrachters ankommt.)

Sehr Philosophischer Abschnitt hier. Ganauso wie der ganze Tread in die Richtung läuft.
Der Versuch die Grundfragen der Philosophie zu beantworten, wobei die Wahrnehmung das einzige ist was dazu beitragen zu helfen. Und wie weit unsere Wahrnehmung frei und unbeeinflusst ist, ist unklar. Weswegen es meiner meinung auch keine definitiven Antworten aus unserer heutigen Sicht geben kann. Da keiner weiß ob das was wir erleben Wirklichkeit, verzehrte Wirklichkeit oder reine Einbildung ist(Wenn z.B. alles hier eine Art Traum ist).
Wodurch die Aussage in gewisser weiße Relativiert werden muss. genauso wie diese:
petermännchen hat geschrieben:War es nicht so, dass ALLES auf dem EGOismus beruht? Ergo alles triebgesteuert ist?

Und angenommen die erste Aussage wäre soweit richtig wäre doch folgendes der Fall:
Das wäre ein Gegenindiz dazu d
as es Gott gibt. Da dadurch der einzige Grund sein könnte das Gott die Menschen schuff, der war, dass ihm Langweilig war. Wieso schafft er sonst eine "Tierraße" die nahezu wie er ist aber doch nicht wie er ist, da sie Fehler haben und rein Physisch nicht dazu im Stande sind alle zu beseitigen bzw. zu der Erleuchtung zu kommen ein Gott zu werden. Das soll aber keine Aufforderung sein nicht an einen Gott zu glauben, denn es gibt auch einige Indizien dafür.
@Pluto: Was wir tun können? Wir können in solchen und ähnlichen Foren zum Denken anregen, Versuchen ihr Bewusstsein zu erweitern, sich mit solchen und ähnlichen Themen zu beschäftigen.
Zu Demonstrationen, zivilen Ungehorsam(Natürlich nur im legalen Bereich), Bestimmte Parteien nicht zu wählen, die Medienwahl beeinflussen, bestimmte Produkte Stärken und andere Boykottieren,u.a Aufrufen oder für sich persönlich machen. Ich z.B. bin Vegetarier, kaufe fast nicht von Procter&Gambler(Machten/Machen Affenversuche und haben so marken wie Tempo, Pringles, uvm.), bin auch öfter auf Demonstrationen.
petermännchen hat geschrieben:Ich bin nun auf dem Weg zum Weisen (werde also alt).

Alter sollte aber nicht mit Weisheit gleichgesetzt werden. Definition laut Wikiped.:
Als weise bezeichnet man Menschen, die durch Lebenserfahrung oder andere Umstände zu besonderem Wissen, sozialer Intelligenz oder ähnlichen qualitativen Eigenschaften gekommen sind.
Deshalb kann nicht generell gesagt werden, das Leute die alt sind weise sind. Wie das bei dir aussieht weiß ich nicht. Möchte ich nichts darüber sagen, möchte nur hier keine Verallgemeinerung drinnen haben. Und du hast es gut begründet danach, deshalb habe ich an deinem persönlichen Standpunkt das du Weise wirst nichts dagegen.
Ich würde sagen z.B. das ich Weiser bin(mit 18 ) als einige Personen die älter sind als ich.
Und das dürfte daher kommen, dass ich durchaus schon viele Erfahrungen gemacht habe.(auf keine konkreten Personen bezogen) :wink: (selbstlob stinkt *hüstl* so aussagen mache ich nur sehr ungern*hüstl*)Aber es gibt sicher noch sehr viel Weisere Personen als mich und alle die hier sind.
Und jetzt komme ich noch zu den Numerrierungen von Ralli und Euklid
1. Das schlimme daran ist auch mal wieder das die Menschen einfach nicht mehr zum selbst Denken. Weil durch denken kann man auf die falschen/richtigen Gedanken kommen. Kommt man auf die in seinen Augen richtigen Gedanken, Debatiert man mit anderen Personen, und durch diese Einflüsse können diese, falls sie fundiert sind, sich die eigenen als falsch erweißen. Würde man z.B. den Leviathan als Staatsvertrag auffassen(inetwa:Menschen ordnen sich für Schutz auf Freiheit und Leben dem Staat unter da sie sonst in Chaos leben würden) Wird dieser nicht mehr erfüllt da das Leben und die Freiheit zu sehr eingeschränkt werden.
2. Ist so auch nicht richtig bei jedem. Schaut euch mal Arte öfter an.
Mache ich auch. Und sehr viele aus meiner Klasse auch. Arte kann zeitweiße sehr gut zum denken anregen. Fernseher als Verblödungapperat würde ich auch nicht beschtätigen. Da mann sich durch Fernsehen durchaus weiterbilden kann. Er muss nur richtig eingesetzt werden. Schaut man sich den ganzen Tag nur leichte Unterhaltung(Talkshows teleshopping etc.) an, kann man verblöden weil man nicht mehr denkt. Andererseits schaut man sich aber nur ausgewählte Sendeungen an, oder versucht etwas zu finden was kein geistiger Dünnpfiff ist kann man dadurch auch zum denken angeregt werden. Was aber zur Folge haben kann das die dummen dümmer werden und die schlauen schlauer. Und das müsste verhindert werden.
3. Jetzt muss ich aber aufpassen das ich mich nicht zu oft wiederhole. Habe ich zwar eh schon aber und egal. xD Zum einen ist das schon seit langem so und zum anderen, ist der Begriff Liebe nur sehr wage ausgerichtet. Ich würde ihn in meinen Augen konkretisiehren. Indem Bezug. Geborgenheit und ein unabhängiges Medium das zuhört, Vll seine eigene eigene Meinung die aber relativ unabhängig sein sollte zum besten gibt und sich um gewisse Sachen sorgt. Geborgenheit(ist denke ich klar(hilft gegen Aggresivität etc.), Unabhängiges Medium deshalb, weil dumm gesagt ein Harz 4 empfänger der selbst nie dazu gebracht worden ist zu denken und sich der Reizüberflutung hingibt ein schlechtes Beispiel ist für ein Kind, und in der anderen Richtung alt68er die ihr Kind zum denken erziehen, und das Kind dann in der Pupertät denkt zu denken und dadurch die revoluzerrische Seite gegenüber seinen Eltern aufzieht und nicht mehr denkt. Und die Kinder sind ein Spiegelbild von dem was die Gesellschaft auswirkt. Also auch in gewisser Weiße an der eigenen Nase packen.
Ich gehöre selbst heute so mehr oder weniger zu der Jugend. Stehe ich deshalb dem Großteil der Leute hier nach, in Gedanken und ähnlichen? Ich würde sagen nein(weiß es aber nicht), ausser das meine Gedanken noch nicht so gefestigt, ich evtl. mich noch öfter widerspreche und einige Erfahrungen(Zeitlich bedingt) nocht nicht gemacht habe.
Aber lieber hab ich noch diese Ausnahmen an mir und sag das offen, als das ich überhaupt nicht an sowas arbeite/denke. Und dadurch das man die eigene Meinung sagt bildet man sich auch weiter.
Desweiteren setzt z.B. bei vielen jugendlichen das Denken von
4. Arte hatte ich schon. Gebt euch den Sender. Killerspiele: Wieso lesen dann "Gebildete"Menschen oder "Menschen die das nicht verstehen können" Edgar allen Poe?
Oder spielen folgendes Spiel:
Es gibt zwei Gangs, eine Schwarze und eine Weise.
Ziel des Spiels ist es Ganganführer des anderen zu Töten!
Dabei ist das einfachste erst alle zu töten und dann den Ganganführer.
Das Spiel heißt Schach!
Natürlich können Egoshooter bei übermäßigen Konsum zu verrohung führen. Aber schaut sich nicht viele Ältere Samstag oder Freitag Abend zum Entspannen irgendeinen Dünnpffif an? Oder Tatort da stirbt auch immer jemand. Ich denke die meisten die sowas ab und an spielen haben spaß daran gewisse Grenzen zu überschreiten(und das versucht jede neue Generation) und zum 3.Punkt passend verkonservativt die heutige Jugendgeneration rein Soziologisch. Durch sachen wie den "Bausparvertrag" das passiert zum einen weil das durch fernsehen und ähnliches dagestelt wird und zum anderen weil immer mehr ältere versuchen in jüngere Domainen sich zu etablieren.
Und ob das richtig einen gesunden Menschenverstand zu haben kann ich nicht sagen. wieder das thema ganz am anfang des Treads. Aber ich würde dies auch durchaus bejaen, da ich glaube(nicht wissen) das es so ist.
5.Lass ich jetzt mal sonst habe ich noch heute nen Handbruch vom Tippen.
Hoffe das war jetzt nicht zu konfus und auf antwort bin ich gespannt.
Danke für die Aufmerksamkeit!
John
Zuletzt geändert von John am 29. Aug 2007, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon petermännchen » 29. Aug 2007, 07:55

Hallo John,

ich kann jetzt gar nicht alles aufrollen was du da geschrieben hast, aber an so zwei drei Punkten scheitere ich dann doch.

Aber Schach = Egoshooter, diese Transferleistung schaffe ich nicht ganz. Ich merke, ich werde alt.

Gruß

Peter
Zeiterfassung, einfach gerechter!
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Beitragvon pluto » 29. Aug 2007, 09:54

@John
ich finde inzwischen teilweise schon die Dokumenationen spander gemacht als jede andere Spiel Film. Ich finde es immer toll wenn nicht nur Filme aus der USA Kommen, weil dort kann ich inzwischen die Handlung schon voraussehen.

Ich denke auch das es darauf hinauslaufend wird, das es bald nur noch Dokumenationen gibt.
Gestern z.b. lief auf fast jeden sender eine Dokumenation oder ähnliches.
(Zeitweise)
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Beitragvon John » 29. Aug 2007, 12:06

petermännchen hat geschrieben:Hallo John,

ich kann jetzt gar nicht alles aufrollen was du da geschrieben hast, aber an so zwei drei Punkten scheitere ich dann doch.

Aber Schach = Egoshooter, diese Transferleistung schaffe ich nicht ganz. Ich merke, ich werde alt.

Ich sage nicht Schach=Egoshooter, aber bei schach die figuren(die "Personen") des anderen zu vernichten dürfte klar sein.
Und was kannst du nicht verstehen, würde mich interresieren

John
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