TTimer zu ungenau - wie funktioniert der EpikTimer?

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ruewa
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Re: TTimer zu ungenau - wie funktioniert der EpikTimer?

Beitrag von ruewa »

mschnell hat geschrieben:Mit "Klarer Verdeutlichen" meinst Du hoffentlich nicht "den mathematisch exakten Hintergrund verschleiern".


Der Satz ist irgendwie ziemlich sinnfrei, findest Du nicht auch?

mschnell hat geschrieben:Und mit "Bedürfnissen des Kunden" meinst du hoffentlich nicht ihn (als nicht-Fachman) in seiner falschen Einschätzung seiner Bedürfnisse zu bestärken.


Schön formuliert! Doch, genau diese überhebliche Mentalität meine ich!

Ich habe das mal drastisch erlebt. Und zwar hatte ich damals das zweifelhafte Vergnügen, einem solchen Jungschnösel 6 Wochen lang mit Engelsgeduld beibringen zu müssen, was wir in unserer Firma brauchten. Der Bengel war gnadenlos von sich selbst überzeugt, ließ sich überhaupt nichts sagen und wußte alles besser. Ständig erklärte er mir, so einfach, wie wir uns das vorstellten, ginge das nun mal nicht. Und es hat ihn auch kein bißchen beeindruckt, daß der Auftrag und die Schnittstellendefinition von gestandenen Maschinenbau-Ingenieuren stammte (die ihm ebenfalls, zunehmend genervt, immer wieder aufs Neue zu erklären versuchten, was sie haben wollten). Der hätte Deinen Satz mit Freuden unterschrieben! Er hatte keinerlei Zweifel daran, daß er der "Fachmann" sei, und der Rest der Welt aus Dilettanten bestünde, denen er beizubringen habe, was ihre "wahren Bedürfnisse" seien.

Als die Software schließlich "fertig" war, war sie schlicht unbrauchbar. Und auch nicht mit vernünftigem Aufwand überarbeitbar. Wir konnten sie nur noch umstandslos in die Tonne treten und ich habe dann fluchend ein langes Wochenende geopfert, das Programm von Grund auf neu zu schreiben. Das ging dann auch reibungslos - schließlich kannte ich die Anforderungen da schon im Schlaf. Danach tat die Software jahrelang klaglos ihren Dienst. Hätten wir es nur gleich so gemacht - wir hätten uns viel Zeit und Ärger erspart!

So kann's auch kommen!

Gruß Rüdiger

mschnell
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Re: TTimer zu ungenau - wie funktioniert der EpikTimer?

Beitrag von mschnell »

ruewa hat geschrieben:So kann's auch kommen!

Stimmt.
Aber der normal Fall ist, dass der Kunde eine falsche Vorstellung von der sich stellenden Aufgabe hat und man ihm erst einmal erklären muss, was er da eigentlich vor hat.

siehe -> https://www.youtube.com/watch?v=BKorP55Aqvg#t=22

-Michael

ruewa
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Re: TTimer zu ungenau - wie funktioniert der EpikTimer?

Beitrag von ruewa »

mschnell hat geschrieben:siehe -> https://www.youtube.com/watch?v=BKorP55Aqvg#t=22

Nun ja, ich vermute, das Youtube-Filmchen halten wohl doch nur diejenigen für "geistreich", deren Selbstwertgefühl von der festen Überzeugung abhängt, daß die schnöde Welt um sie herum genau so einfältig gestrickt sei. Das hat außerdem den Vorteil, gleich noch eine selbstreferentielle Erklärung dafür mitzuliefern, weshalb ihnen selbst die eigentlich gebührende Anerkennung erfahrungsgemäß versagt bleibe...

mschnell hat geschrieben:Aber der normal Fall ist, dass der Kunde eine falsche Vorstellung von der sich stellenden Aufgabe hat und man ihm erst einmal erklären muss, was er da eigentlich vor hat.

Genau das halte ich für grundlegend falsch! Selbstverständlich weiß er am besten, was er braucht, und was in seinen betrieblichen Ablauf paßt bzw. was nicht. Seine Vorstellungen werden im Regelfall nicht strukturiert und differenziert genug sein, das ja. Aber das ist etwas vollkommen anderes. Das nämlich erfordert, wie m.fuchs ganz richtig angemerkt hat, Kooperation und die Fähigkeit, zuhören und sich in andere hineindenken zu können. Mit Arroganz, elitärer Hybris, Menschenverachtung und einem Weltbild, das solch billigen Youtube-Klamauk für den Kern der Dinge hält, kommt man da nicht weit!

Nicht, daß ich Dir das unterstellen wollte, aber diesem Typus bin ich leider schon oft genug begegnet.

Gruß Rüdiger

mschnell
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Re: TTimer zu ungenau - wie funktioniert der EpikTimer?

Beitrag von mschnell »

ruewa hat geschrieben:Genau das halte ich für grundlegend falsch! Selbstverständlich weiß er am besten, was er braucht,

Ich hatte vor kurzem den Fall, dass ein Kunde für seine "Geräte" eine Software brauchte, die ein auftretendes Ereignis über ein TCP/IP Netzwerk (Draht und Funk) an einen zentralen Rechner weiterleitet, der auf Grund solcher Ereignisse bestimmte Maßnahmen ergreift. Das Netzwerk und die Zentrale werden von einem Kunden dieses Kunden betrieben.

Ich hatte dem Kunden gesagt, dass bei dem Netzwerk mit Verzögerungen zu rechen ist und die Datenpakete der Ereignisse mit Zeitstempeln versehen werden müssen.

Der Kunde meinte, das ist nicht nötig, es reicht der Zeitstempel der automatisch beim Empfang im zentralen Rechner entsteht. Die für die Zeitstempel notwendige Zeit-Synchronisierung zwischen den reinstallierten "Geräten" war ihm zu aufwendig. Die Software hat dann jemand anderer erstellt.

Das erste was ich von dem Kunden dieses Kunden hörte war, dass nichts funktioniert, weil die Zeit-Relationen zwischen den Ereignissen wegen der Netzwerk-Latenz nicht stimmen.

Gut dass ich mich da nicht drauf eingelassen habe !

-Michael
Zuletzt geändert von mschnell am Di 23. Sep 2014, 11:48, insgesamt 2-mal geändert.

mschnell
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Re: TTimer zu ungenau - wie funktioniert der EpikTimer?

Beitrag von mschnell »

Weitere(satirische) Anmerkungen:

Es ist absolut normal, dass der Realisations-Aufwand für eine (eigene) neue Idee weit unterschätzt wird. Daher erweist sie sich in der Regel als kurzfristig eher kontraproduktiv und wäre eigentlich besser gar nicht in Angriff genommen worden. Da aber der langfristige und der "globale" Nutzen - der meist gar nicht das Ziel der Entwicklung war - oft erheblich höher ist, ist diese vorprogrammierte Fehleinschätzung ein evolutionärer Vorteil für die Allgemeinheit.


Beziehungen scheitern deshalb häufig, weil viele Frauen explizit einen Märchenprinzen suchen, in Wirklichkeit aber ein Heinzelmännchen wollen.

-Michael

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